Rückkehr der Condottieri?

Krieg und Militär zwischen staatlichem Monopol und Privatisierung
Cover: Rückkehr der Condottieri?
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2010
ISBN 9783506767547
Gebunden, 326 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Stig Förster, Christian Jansen und Günther Kronenbitter. Spätestens mit dem Krieg der USA im Irak ist die bedeutende Rolle privater Sicherheitsfirmen im modernen Krieg deutlich geworden. Ist die Zeit der großen Armeen zu Ende, kehrt die der privaten "Unternehmer des Krieges" zurück? Der Band untersucht das historische Spannungsverhältnis zwischen privaten Truppen, Söldnern, Condottieri und Kriegsherren einerseits und der Monopolisierung der bewaffneten Macht, des Krieges und der Kriegführung durch den Staat andererseits, von der Antike bis zur Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.06.2010

Wer in den kleinen Ort Telgte bei Münster schaut, meint Rezensent Thomas Speckmann, wird die Aktualität der Thematik erkennen, welcher sich der Sammelband "Rückkehr der Condottieri" widmet. In Telgte denkt ein privates Sicherheitsunternehmen darüber nach, hundert ehemalige Bundeswehrsoldaten in die Dienste eines Warlords nach Somalia zu entsenden. Die Annahme eines staatlichen Gewaltmonopols sei offensichtlich ein Irrtum, so der Rezensent, der von diesem Punkt aus der Geschichte des Söldnerwesens in verschiedenen Aufsätzen nachgeht. Er erfährt, dass  Warlords bereits im alten Rom für die Kriegsführung eingesetzt wurden, aber zugleich auch als Bedrohung empfunden wurden. Vor allem der Kampf auf See sei überwiegend von privaten Kriegsunternehmen geführt worden. Auch die spanische Eroberung Amerikas sei größtenteils durch private Initiativen geschehen; später habe in den neu gegründeten Staaten Lateinamerikas Krieg zwischen Banden, Milizen und Privatarmeen geherrscht. Und obwohl 1907 private Kaperei verboten wurde, hätten die 455 Vorfälle des vergangenen Jahres die Brisanz des Themas gezeigt. Jenseits des historischen Überblicks kläre der "klug komponierte" Band aber auch über die modernen Formen der globalen Kommerzialisierung von Gewalt auf: gerade der internationale Terrorismus rufe viel privatisierte Gegengewalt hervor.
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