Herausgegeben von Markus Fauser und Annkathrin Sonder. Mit ca. 43 farbigen Abbildungen. Vom Schulabbrecher zum Buchhändler, die frühen Jahre des Kultautors.Der Band erzählt in mehr als 100 Briefen und Postkarten von einem turbulenten Lebensabschnitt des jungen, noch unbekannten Brinkmanns: von Schulabbrüchen, Perspektivlosigkeit, vom Krebstod der Mutter und der spannungsreichen Beziehung zum Vater, von frühen Freundschaften und der ersten Liebe. Wir lesen, wie Brinkmann den Kontakt zu Verlagen aufnimmt und Absagen von Lektoren (Rowohlt und Suhrkamp und der Akzente-Redaktion) erhält. Brinkmanns Entwicklung zum Dichter ist untrennbar mit seiner Lebensgeschichte verknüpft, aber auch mit seinen intensiven Lektüren, die er analysiert und kommentiert. In den zahlreichen Verweisen auf Bücher, Filme und Musik zeichnet Brinkmann ein facettenreiches Bild der aufkommenden Rock- und Popkultur in den 1950er Jahren, die er nur wenig später selbst mitgestalten wird.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.06.2026
Rezensent Maximilian Mengeringhaus liest die Jugendbriefe von Rolf Dieter Brinkmann in der Vechtaer Ausgabe der Brinkmannschen Werke mit Freude. Der "große Unangepasste" zeigt sich in den "fremdadressierten Selbstgesprächen" als Hochsensibler, so der Rezensent. Die Edition nennt Mengeringhaus "philologisch mustergültig", die Briefe der Jahre 1956 bis 1959 findet er vor allem aufschlussreich im Hinblick auf frühe Lektüre- und Musikeindrücke. Nach langer Zeit wieder einmal eine Brinkmann-Publikation von Rang, jubelt Mengeringhaus und dankt dem Brinkmann-Experten Markus Fauser und seiner Mitherausgeberin Annkathrin Sonder für das Geschenk.
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