Roland Reichwein (Hg.)

Wir sind die lebendige Brücke von gestern zu morgen

Pädagogik und Politik im Leben und Werk Adolf Reichweins
Juventa Verlag, Weinheim - München 2000
ISBN 9783779914020
broschiert, 206 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Die Beiträge analysieren das Spannungsverhältnis zwischen Politik im Leben und Werk Reichweins und widmen sich der Frage, welche Anregungen daraus für die Lösung aktueller pädagogischer und bildungspolitischer Probleme abzuleiten sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2000

In einer Doppelbesprechung rezensiert Volkmar Wittmütz zwei Bücher zu bzw. mit Briefen von Adolf Reichwein.
1) Roland Reichwein (Hrsg.): "Wir sind die lebendige Brücke von gestern zu morgen. Pädagogik und Politik im Leben und Werk Adolf Reichweins." (Juventa Verlag)
In knapper Form weist Volkmar Wittmütz, darauf hin, welche Schwerpunkte die Autoren hier mit ihren Beiträgen gesetzt haben. Dabei sieht er Reichweins pädagogische Leistungen - nicht nur im Volkshochschulbereich - offensichtlich ausreichend gewürdigt, da die Autoren sogar auf seine heute nicht mehr aktuellen Überlegungen, beispielsweise hinsichtlich der einklassigen Dorfschule, eingehen. Neben Reichweins Bedeutung bezüglich des Kreisauer Kreises weiß der Rezensent besonders die Darstellung der heute problematischen Rezeption des Pädagogen zu schätzen, dessen pädagogisches Verantwortungsgefühl und Reflektionsvermögen in bezug auf seine Arbeit den Rezensenten sichtlich beeindruckt haben.
2) Pallat/Reichwein/Kunz (Hrsg.): "Adolf Reichwein. Pädagoge und Widerstandskämpfer" (Schöningh Verlag) Dass sich anhand der Briefe in diesem Band Reichweins Weg in den Widerstand nicht deutlich nachvollziehen lässt, tut der Ausgabe nach Ansicht Volkmar Wittmütz` keinen Abbruch. Denn entscheidender ist für ihn, dass sich der "direkte Zugang zu einer fesselnden Persönlichkeit", die "Gedanken und Tat zur Deckung zu bringen verstand" zeigt. Man erfährt, wie der Rezensent anmerkt, viel über Reichweins Überzeugung, dass Kultur und Bildung eine politische Bedeutung haben, und inwiefern er dies als einen persönlichen Auftrag betrachtet hat. So geben die Briefe nicht nur Aufschluss über private Belange, sondern auch über seine vielfältigen pädagogischen Tätigkeiten. Allerdings erfahre man - was die Briefe betrifft - wenig über die Zeit von 1930-1933. Deshalb begrüßt es der Rezensent, dass die Herausgeber hervorragend kommentierte Dokumente, z. B. "Hörer-Mitschriften von Vorträgen" beigefügt haben. Wittmütz bedauert es lediglich, dass die Kommentare zu den Briefen bisweilen etwas lückenhaft sind.
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