Robert Walser

Drucke im Berliner Tageblatt

Kritische Robert Walser-Ausgabe (KWA), Abteilung III, Band 1
Cover: Drucke im Berliner Tageblatt
Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main 2013
ISBN 9783866001749
Gebunden, 400 Seiten, 65,50 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Hans-Joachim Heerde. Mit 1 DVD. "Der Schriftsteller schreibt über das, was er empfindet, hört, sieht oder über das, was ihm einfällt." Mit diesem Satz beginnt Robert Walsers Prosatext "Der Schriftsteller", der am 21. September 1907 im Berliner Tageblatt, einer der damals größten und einflussreichsten überregional erschienenen liberalen Tageszeitungen Deutschlands, zu lesen war. Bis 1933 sollten 71 weitere Beiträge folgen - nach heutigem Kenntnisstand sämtlich Erstdrucke, die nunmehr chronologisch geordnet und textträgerbezogen ediert vorliegen.
Im Editorischen Nachwort wird versucht, die Arbeitsweise der Feuilletonredaktion des Berliner Tageblatts und Walsers nicht immer unproblematische Kontakte zu dieser Abteilung der Zeitung zu rekonstruieren. Die Quellen, auf denen die Darstellung beruht - Korrespondenzen, Erinnerungen Dritter, Erzählungen Walsers gegenüber Carl Seelig, der mit ihm befreundet und seit Mai 1944 sein Vormund war - werden im Dokumentarischen Anhang mitgeteilt, darüber hinaus sämtliche Texte und Nachrichten aus dem Berliner Tageblatt, die Walsers literarisches Schaffen in dieser Periode beleuchten.
Dem Band ist eine DVD beigegeben, auf der die Titelseiten des Berliner Tageblatts sowie die Seiten als Faksimiles zu finden sind, auf denen Walsers Texte eingerückt wurden. Die digitalen Bilder sind mit dem elektronisch durchsuchbaren edierten Text verknüpft, sodass der mediale Duktus der im Berliner Tageblatt aufgenommenen Texte Robert Walsers in ihrem Rezeptionskontext sichtbar wird.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2014

Rezensent Roman Bucheli begrüßt die beiden neuen Bände mit den Texten Robert Walsers aus der "Neuen Zürcher Zeitung" und dem "Berliner Tageblatt", die jetzt im Rahmen der kritischen Ausgabe seiner Werke erschienenen sind. Die Texte und andere in den Bänden abgedruckten Dokumente führen ihm eindrucksvoll vor Augen, dass Walser entgegen seiner Selbstinszenierung keineswegs ein verkannter Dichter war, sondern, zumindest zwischen 1910 und 1930, zu den wichtigsten Autoren des Literaturbetriebs gezählt wurde. Zugleich dokumentieren die Bände Bucheli zufolge aber auch das zunehmende Verstummen des Schriftstellers ab den 1930er Jahren. Er hebt hervor, dass vor den Texten jeweils schematisch das Layout der Zeitungsseite mit Walsers Text wiedergegeben wird, so dass die Prosastücke in ihrem publizistischen Kontext sichtbar werden. In den den Bänden beiliegenden DVDs findet er neben den Texten zudem die faksimilierten Zeitungsseiten.
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