Eine exhumierte Leiche, ein Giftmord und ein Arzt mit zweifelhaftem Ruf bilden das Szenario für Ricarda Huchs 1917 erschienenen Kriminalroman. Mingo Swieter wird tot aufgefunden: Sie wurde mit Curare vergiftet. Der Verdacht fällt rasch auf Dr. Deruga, den geschiedenen Mann des Opfers, der einen verschwenderischen Lebensstil pflegt. Als Alleinerbe fällt ihm das Vermögen seiner Exfrau zu hat er sie deswegen getötet? Nach und nach entfaltet sich das ganze Drama des Falles Deruga und bringt eine überraschende Wahrheit ans Licht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.06.2014
Knapp einhundert Jahre nach der ersten Veröffentlichung von "Der Fall Deruga", den seine Autorin Ricarda Huch selbst als "Schundgeschichte" bezeichnet hatte, die sie nur des Geldes wegen geschrieben hatte, wird das Buch noch einmal aufgelegt - und die Zeit hat aus einem ziemlich durchschnittlichen Gerichts- einen spannenden Gesellschaftsroman gemacht, berichtet Lothar Müller. Viel mehr als die harten Fakten rückt heute in den Vordergrund, wie die Figuren argumentieren, wer was sagen kann und darf, wer wem was zutraut und was den Akteuren wahrscheinlich erscheint, erklärt der Rezensent. Im Hintergrund vermeint Müller den Ersten Weltkrieg genauso zu erahnen wie die Prominenz der Psychoanalyse zu dieser Zeit. Eine Schundgeschichte ist dieses Buch jedenfalls längst nicht mehr, verspricht der Rezensent.
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