Reinhard Lauer

Geschichte der russischen Literatur

Von 1700 bis zur Gegenwart
Cover: Geschichte der russischen Literatur
C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN 9783406453380
Gebunden, 1072 Seiten, 50,11 EUR

Klappentext

Mit 33 Abbildungen. Reinhard Lauers großangelegte und umfassende russische Literaturgeschichte kombiniert Gattungsgeschichte und chronologische Entfaltung mit einem klaren Akzent auf den wichtigsten Autorengestalten und ihren Werken. Das Buch beginnt mit der Epoche der Europäisierung der russischen Literatur in der Zeit Peters des Großen (um 1700) und führt bis hin zu den aktuellen literarischen Tendenzen im Herbst 1999. Ziel Reinhard Lauers ist es, die literarischen Leistungen nicht nach einem Schema, sondern nach den erkennbaren individuellen Merkmalen und Strukturen einer Epoche darzubieten. Auf diese Weise ist es möglich, die beachtlichen Errungenschaften und Erkenntnisse der gegenwärtigen Literaturwissenschaft in die Darstellung einzubringen. Vor allem aber vertieft sich das Verständnis für die russische Literaturentwicklung durch die von Reinhard Lauer gezogenen Vergleiche und Querverbindungen mit der westeuropäischen Literatur. Das Buch enthält ausführliche Register und Bibliographien und ist damit auch als Nachschlagewerk zu empfehlen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2001

Mit Daniela Rippl ist Reinhard Lauer an eine kundige und kritische Rezensentin geraten. Doch trotz einiger kritischer Bemerkungen fällt ihr Urteil weitgehend positiv aus. Zunächst einmal würdigt sie das Unternehmen des Göttinger Slawisten: "Eine Geschichte der russischen Literatur zu schreiben, ist ein reizvolles, aber kein leichtes Unterfangen." Denn daran habe sich bisher noch keiner versucht, berichtet Rippl. Alle Abhandlungen enden mit der Oktoberrevolution. Lauer habe nun eine 1072 Seiten lange Literaturgeschichte vorgelegt, in der er den Weg der literarischen Evolution Russlands von ihrer Europäisierung über ihre Teilung in Exil- und Sowjetliterur bis zu ihrer Reintegration seit 1985 nachzeichne. Die Früchte einer vierzigjährigen Forschungsarbeit kämen hier zum Tragen. Entscheidende Stationen der russischen Literatur seien endlich aufgearbeitet und in eine neue Ordnung gebracht worden, lobt die Rezensentin. Allerdings seien bei Lauer wichtige Schriftstellerinnen wie Karolina Pavlova und Evdokija Rostopschtina leider durchs Raster gefallen, kritisiert Rippl. Ob der Wissenschaftler nun ein neues Standardwerk zur russischen Literaturgeschichte verfasst hat, lässt die Rezensentin offen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.12.2000

Die eigene Intention ist das Problem des Buches. So sieht es Olga Martynova. Der Versuch, sich bevorzugt auf den gegenwärtigen Literaturprozess in Russland mit all seinen Unwägbarkeiten und seiner Transitorik einzulassen, schreibt sie, sei hier gescheitert. Hätte man doch ein paar Jahrzehnte damit gewartet! Dann, so vermutet die Rezensentin, wäre wohl eine ähnlich solide Darstellung gelungen, wie sie der Band zur kanonisierten Literaturgeschichte des Landes, für den Zeitraum von 1700 bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts, ihrer Meinung nach durchaus zu bieten hat. Zumindest diesen Teil des Buches, zusammen mit dem umfangreichen Anhang, will Martynova jedem Studenten empfehlen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2000

Höchstes Lob spendet Theodore Ziolkowski dieser Literaturgeschichte, die für Experten wie "Liebhaber" gleichermaßen interessant sei: kein anderes Werk biete eine so "vollständige, informative und faire" Einführung in die russische Literatur und so "provozierende Anregungen". Auch der "zugängliche und bezwingende Stil" wird ausdrücklich gelobt, der dafür sorge, dass das Buch nicht nur klug, sondern auch noch "spannend" zu lesen ist. Der Rezensent macht darauf aufmerksam, dass sich an eine Geschichte der russischen Literatur bisher nur Autorenteams gewagt haben. Umso beeindruckender findet er, dass Lauer diese Stoffmasse nicht nur bewältigt hat, sondern dass der Leser immer spüre, dass Lauers Literaturanalysen und Porträts auf "eigener Lektüre" beruhen und nicht aus dem Zettelkasten seiner wissenschaftlichen Assistenten zusammengeschrieben sind. Gegenüber den Werken von Autorenteams hat das Buch nach Ziolkowski auch den Vorteil, dass es von einem "persönlichen Ton" und "einer einheitlichen Perspektive" getragen ist. Insgesamt ist es eine "großartige Darstellung".
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