Psychologie für Einsatz und Notfall

Internationale truppenpsychologische Erfahrungen mit Auslandseinsätzen, Unglücksfällen, Katastrophen
Cover: Psychologie für Einsatz und Notfall
Bernard und Graefe Verlag, Bonn 2001
ISBN 9783763762163
Gebunden, 525 Seiten, 44,99 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Klaus J. Puzicha, Dieter Hansen u. Wolfgang W. Weber. Mit Abbildungen im Text und 31 Fotos auf Tafeln.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2001

Der erste Weltkrieg hat einen neuen Typus Patienten hervorgebracht, schreibt der mit "flow" zeichnende Rezensent: den Kriegszitterer. Veränderte Kriegsführung und Materialschlachten hätten das Soldatsein grundlegend verändert, schließlich, so wird ein englisches Sprichwort zitiert, ist der Krieg nicht zu Ende, wenn das Schießen vorbei ist. Das Buch kreist in 60 (!) Einzeltexten um dieses Motto. Es reflektiert aber weniger diese veränderten Bedingungen als vielmehr die psychologischen Folgen für die Beteiligten, die sich heutzutage nicht in klassische Kriege verwickelt sehen, sondern an Armeeeinsätzen in Katastrophengebieten oder bei Unglücksfällen beteiligt sind. Die Autoren des Bandes zur Truppenpsychologie sind, laut "flow," selbst Soldaten, Ärzte, Psychologen oder Theologen. Das Buch liefert also Erfahrungsberichte aus den unterschiedlichsten Perspektiven

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2001

Katharina Rutschky gewinnt diesem Buch, das hauptsächlich von Psychologen der Bundeswehr zusammengestellt wurde, einige interessante Aspekte ab und das, obwohl die eigentliche Zielgruppe des Buches recht eng gefasst sein dürfte: es beschäftigt sich nämlich mit der Frage, wie mit den Berufskrankheiten der Menschen, die bei Katastrophen - natürlichen wie militärischen - helfen, umgegangen werden kann und schildert Fallbeispiele. Dabei stößt Rutschky auf einen interessanten Paradigmenwechsel - "statt dem Staatsbürger in Uniform wendet sich die Aufmerksamkeit dem Menschen, ja, der Seele in Uniform zu". Das theurapeutische Menschenbild, das die Gesellschaft pflegt, hat ihrer Meinung nach nun auch die Bundeswehr ergriffen. Sie empfiehlt die Lektüre auch all denjenigen, die sich eine Meinung über Auslandeinsätze der Bundeswehr bilden wollen und dabei von Grundsatzdebatten Abstand nehmen wollen. In diesem Zusammenhang findet sie eine Schwachstelle des Buches. Rutschky wünscht sich eine "deutlichere Evaluation bisheriger Bundeswehreinsätze, ob in Afrika oder auf dem Balkan" und bemängelt darüber darüber hinaus auch, dass die Aspekte des Buches, die sich mit der Heranführung der Soldaten an fremde Kulturen beschäftigen, als zu "naiv".

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