Aus dem Französischen von Friedrich von Oppeln-Bronikowski. Überarbeitet von Dirk Hemjeoltmanns. Nachwort von Susanne und Michael Farin. Sommer 1900: in China bricht der Boxeraufstand aus. Im immer schwächer werdenden Riesenreich wird Abscheu und Haß gegen alle Europäer und christlich getauften Chinesen gepredigt. Als es in Peking zur Explosion kommt, treten Europäer, Nordamerikaner, aber auch Japaner in einer eigenartigen Allianz zur Niederschlagung dieses Gewaltausbruches auf den Plan. Nur wenige Wochen später trifft Pierre Loti dort ein und findet ein von Zerstörung und Verwüstung gezeichnetes Land vor. Aber gleichzeitig entwirft der Autor nach einem mehrmonatigen Aufenthalt ein Porträt der alten chinesischen Kultur, die sich in einem unausweichlichen Konflikt mit der modernen Zeit befindet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2000
Loti, ein Marineoffizier und Erfolgsschriftsteller um die Jahrhundertwende, sei ein heute zu Unrecht vergessener Autor, meint die Rezensentin Ute Stempel und berichtet, dass Proust und Julien Green noch von ihm geschwärmt hätten. Der hier wieder veröffentlichte Reisebericht über die "letzten Tage von Peking" in den Jahren 1900 und 1901 hat auf die Rezensentin großen Eindruck gemacht. Loti schreibe nicht eurozentristisch, sondern mit Einfühlung für das Land, aus dem er berichtet. Die "Agonie des Kaiserreichs" fasse er in "lyrische Tableaus", die allerdings an der Grausamkeit des Boxeraufstands nichts beschönigten. Loti berichte hier im übrigen als einer der ersten über die aufgelassene "Verbotene Stadt" mit ihren Kaiserpalästen.
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