Philipp Meuser

Architekturführer Pjöngjang

2 Bände
Cover: Architekturführer Pjöngjang
DOM Publishers, Berlin 2011
ISBN 9783869221267
Gebunden, 360 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Erster Architekturführer über die Hauptstadt der "Demokratischen Volksrepublik Korea", dem letzten verbliebenen Relikt des Kalten Kriegs exklusives Material, zusammengestellt in Zusammenarbeit mit nordkoreanischen Fotografen und Architekten. Propagandatexte und offizielle Fotos bilden in dieser Publikation einen Schwerpunkt. Ambitionierte Gesellschaftsbauten, monotone Wohntürme und eine monumentale Leere prägen die Drei-Millionen-Metropole, die während des Koreakriegs 1950 bis 1953 nahezu vollständig zerstört wurde. Das Buch wirft einen bislang unbekannten Blick auf die Hauptstadt des abgeschotteten Lands, das inzwischen seit mehr als drei Generationen von einem strengen Kommunismus beherrscht wird.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.08.2011

Nach Pjöngjang muss Roman Hollenstein nicht reisen. Okay, findet er. Schließlich hat man in Nordkorea als Tourist nichts zu lachen. Umso besser für den Rezensenten, der durchaus interessiert ist an den Auswüchsen der sozialistischen Autokratie, dass der Architekt Philipp Meuser die Strapazen für ihn übernimmt und seine Erfahrungen in gleich zwei Bänden niedergeschrieben hat. Als Architekturführer, der keiner sein darf, bezeichnet Hollenstein das den Leser und Betrachter mit Panoramabildern und Aufsätzen zur Stadt- und Architekturgeschichte Pjöngjangs wie zu Kim Jong Ils Traktat "Über die Baukunst" beglückende Werk. Am Ende ist er um jede Menge Eindrücke sozialistischer Baukunst reicher, ohne auch nur den Fuß vor die Tür gesetzt zu haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.06.2011

DOM publishers macht Bücher von und für Architekten, weiß Rezensentin Laura Weissmüller. Auch dieser zweibändige "Architekturführer Pjöngjang" bilde hierin keine Ausnahme - für Touristen könne wohl schon deshalb kaum aufgelegt worden sein, weil sich in die nordkoreanische Hauptstadt kaum je ein ausländischer Besucher verirre. Der erste Band enthält knapp einhundert Gebäudeporträts, ausgewählt, beschrieben und unverändert abgedruckt von einem nordkoreanischen Verlag, berichtet die Rezensentin. Die Partei als glorioser Baumeister der Superlative erstrahle hier in gleißendem Licht, Hitler und Stalin wären neidisch, wie sie meint. Die dringend nötige Korrektur des Bildes erfolge im zweiten Band. Eigenes, von gewissen nordkoreanischen Motivvorschriften bewusst abweichendes Bildmaterial des Herausgebers und architekturhistorische Essays seien darin enthalten, schreibt die Rezensentin, die das in dieser Form wohl einmalige Phänomen einer sozialistischen Musterstadt mit sichtlichem Interesse bestaunt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.05.2011

Ob Rezensent Tobias Timm letztendlich von diesem Architekturführer überzeugt ist, erschließt sich dem Leser seines Textes nicht ganz. Timm stellt mit dem Buch vor allem auch dessen Autor vor, den Berliner Architekten Philipp Meuser, der mehrmals nach Nordkorea reiste, um die so gewaltigen wie kalten Monumentalbauten Pjöngjangs zu erkunden. Dabei hat er zwar auch viele eigene Fotos gemacht, wenn wir Timm richtig verstehen, das Gros der Bilder in diesem Band stammt aber vom - äh - Verlag für Fremdsprachige Literatur der Demokratischen Volksrepublik Korea. Kommentieren durfte Meuser diese offiziellen Bilder nicht direkt, sondern musste seine Beiträge in einen eigenen zweiten Band auslagern. Timm schreibt, Meuser habe dies getan, um sich nicht zensieren zu lassen. Die Ausstattung der beiden Bände sei tipptopp, Register, Karten, alles drin, versichert Timm, fragt sich aber doch, "was das Ganze soll".
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