Als Peter Huth, 33, an einem Sommermorgen erwacht, liegt eine tonnenschwere Granitplatte auf seinem Oberkörper, seine Lunge fühlt sich an wie eine zusammengepresste Papiertüte, sein linker Arm steht vor Schmerz in Flammen, und er hat noch etwa eine Stunde zu leben. In einer Notoperation wird er gerettet. Die Diagnose: Herzinfarkt. Der Klinikaufenthalt ist nicht unangenehm, es gibt eine Menge höchst wirkungsvoller Drogen kostenlos und legal, danach folgen mehrere Wochen in einer Rehabilitationsklinik an der Ostsee.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003
Journalisten leben ungesund - und können auch nicht anders. Diesen Eindruck hat eine offensichtlich mitfühlende Julia Encke aus Peter Huths autobiografisch geprägtem Roman mitgenommen. Eines Morgen wird der erfolgreiche "Bild"-Journalist atemlos, so die Rezensentin, und es ist nicht seine Raucherlunge, sondern ein Herzinfarkt, mit nur dreiunddreißig Jahren. Huth schildere in seiner Erzählung das geschäftige Treiben im Büro, das jeden Tag "zum Exzess" werden lässt, wenn ständig Telefone klingeln, "Pflichttermine" bedrücken und Türen auf und zu schlagen. Huths Körper erzwingt die zeitweilige Abnabelung, das Durchatmen, doch als die Erzählung mit seiner Rückkehr ins Büro endet, so Encke, glaubt man nicht, dass sich für Huth etwas ändern wird: "Man hört schon wieder die Telefone klingeln."
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