Katalog zur Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen. Text von Vicky Goldberg. Deutsch-Englisch. Im Projekt Coney Island, einem aus europäischer Sicht schon fast mystischen, uramerikanischen Ort, richtet Peter Granser seinen nüchternen Blick auf die amerikanische Alltagskultur. Seit den 1960er Jahren zunehmend verwahrlost, lässt sich der in die Jahre gekommene und überfüllte Strandort heute als Metapher des Untergangs wie auch des Überlebens lesen. Peter Granser holt den durch Schwarzweißaufnahmen von Diane Arbus, Weegee oder Bruce Gilden berühmt gewordenen Vergnügungspark mit seinen präzise beobachteten Farbbildern in die Gegenwart zurück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2006
Lobend äußert sich Rezensentin Ulla Fölsing über Peter Gransers Fotografien von Coney Island, das mit seinen einst legendären Vergnügungsparks zu Beginn des 20. Jahrhunderts glanzvolle Zeiten erlebte, bevor es dann kontinuierlich bergab ging. Fölsing würdigt den genauen Blick des Fotografen und bescheinigt ihm, mit seinen zwei Dutzend farbigen und hellen Fotos die Veränderungen auf Coney Island und seine "selbstbewusst ausgelebten Absurditäten amerikanischer Populärkultur" präzise einzufangen. Die Aufnahmen von verlassenen Strandabschnitten, heruntergekommenen Gebäuden und Karussells, von Wellblechtüren, Gitterzäunen, Müllstrecken, aber auch von einsamen Gestalten haben Fölsing sichtlich beeindruckt. Besonders gefallen haben ihr dabei die kühle Sachlichkeit und "gelassene Ironie" der Fotografien.
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