Peter Andreas, Michael Fischer

Gräber unsterblicher Komponisten

Cover: Gräber unsterblicher Komponisten
Bärenreiter Verlag, Kassel 2003
ISBN 9783761816639
Gebunden, 92 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Mit einem Essay von Clemens Prokop. An den Gräbern berühmter Komponisten zu verweilen, hat einen besonderen Reiz. Sie erinnern uns an die unvergänglichen Werke, die sie hinterlassen haben, und lassen uns in Ruhe diesen Werken nachlauschen. Peter Andreas hat auf den Friedhöfen Europas Komponistengräber aufgesucht und in stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Fotografien festgehalten: Beethoven in Wien, Berlioz auf dem berühmten Friedhof von Pere Lachaise in Paris oder Ermanno Wolf Ferrari auf San Michele, der Friedhofsinsel Venedigs. Die Fotografien werden durch kurze Texte und Gedichte ergänzt, die von den Komponisten selbst stammen, von ihnen Zeugnis ablegen oder allgemein von Tod und Leben sprechen. Diese Worte begleiten die Bilder - und den Spaziergänger - auf den Friedhöfen Europas.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2003

Julia Spinola hat dieser Band zu tiefgründigen Meditationen angeregt. So mute es "immer wieder" wie "ein paradoxes Unterfangen" an, Komponisten, "die Protagonisten einer Kunst des Fluiden, der Auflösung und der Gegenstandslosigkeit" in der "Erstarrung der Grabmäler" verewigt zu sehen - und um so paradoxer noch, als die Musik "in dieser Flüchtigkeit ihrerseits wie keine andere Kunst dem Tod verschwistert erscheint". An dem Band lobt sie dann zunächst, dass die hier versammelten und im Douton-Verfahren gedruckten Fotos von Peter Andreas von siebenunddreißig Grabstätten berühmter Komponisten in ganz Europa "und die in ihnen eingefangene Stille" ihren Reiz "gerade in der Aussparung großer Kommentarmengen" gewinnen würden. Sie findet also die Entscheidung für die "Textknappheit" dieses Bandes zunächst gelungen -- der, wie man erfährt, abgesehen von einer Begleitung der Bilder durch "kurze Zitate aus Grabreden, Huldigungen, Briefstellen und Gedichten", die Michael Fischer zusammengestellt hat, auf alle weiteren Kommentare und Erläuterungen zu den abgebildeten Gräbern verzichtet. An manchen Stellen allerdings, kritisiert sie, offenbare die Textknappheit dann doch auch ihre Nachteile: die Namen der Bildhauer und Steinmetze der Gräber werde so etwa verschwiegen, oder dass Chopins Herz nicht in dem abgebildeten Grab, sondern nach dem Willen des Komponisten wie eine Reliquie in Warschau aufbewahrt werde.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.10.2003

Einen "interessanten Widerstreit der Künste" hat Ralf Hertel im Fotoband "Gräber unsterblicher Komponisten" ausgemacht. Die nur "flüchtige Gattung" der Musik konkurriere mit der "fest gefügten Form" des Steines, der nur auf den ersten Blick als das beständigere Material erscheine, erklärt uns der Rezensent. Denn in den schwarz-weißen Fotografien zeigen sich an den Gedenkstätten nur all zu deutlich Alters- und Witterungsspuren. Die Musik dagegen kämpfe fortwährend "gegen die Stille" an, "unverbraucht und neu". Beeindruckt zeigt sich Hertel auch von der deutlichen Übereinstimmung von Kompositionsstil und Form der Grabmäler der verstorbenen Komponisten. So sieht Hertel Beethovens "klassizistische Stele energisch aufstreben", Gustav Mahlers Denkmal erscheint ihm "imposant und wuchtig", während Arnold Schönbergs Grab von einem "einfachen, quer gestellten Quader" geschmückt sei.
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