Paul Bowles

Gesang der Insekten

Roman. Gesammelte Werke Band 6
Cover: Gesang der Insekten
Goldmann Verlag, München 2002
ISBN 9783442309597
Gebunden, 256 Seiten, 23,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Pociao. Geplant war eine harmlose Urlaubsfahrt nach Südamerika. Doch den gesetzten, älteren Arzt Dr. Taylor Slade und seine junge erlebnishungrige Frau Day erwartet alles andere als ein wenig Erholung und bunte Exotik. Denn da ist Mrs. Rainmantle, eine seltsame Kanadierin, die sich in das wohlgeordnete Leben der beiden drängt und die kurz darauf eines gewaltsamen Todes stirbt. Und da ist ein ebenso charmanter wie undurchsichtiger junger Mann, der auf Day eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt und der das Ehepaar zu sich nach Hause einlädt. Taylor und seine Frau geraten in einen tödlichen Alptraum...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 16.10.2002

Dieser letzte Roman Paul Bowles', zuerst 1966 in Amerika erschienen und jetzt noch einmal in den Gesammelten Werken herausgegeben, entfacht bei Susanne Messmer eine regelrechte Lesesucht. "Wenn man einmal angefangen hat, kann man nicht aufhören darin zu lesen." Im Vergleich zu Hemingway und seiner Zivilisationskritik zeichnet sich Bowles dadurch aus, dass er seinen Figuren "ihr ohnehin brüchiges zivilisatorisches Korsett mit einem lauten Knirschgeräusch" entzweibricht, meint die Rezensentin in ihrer kurzen Besprechung über den 1910 geborenen Autor. Bowles, der der 'Lost Generation' nach dem Ersten Weltkrieg angehört hatte, beschreibt seine Charaktere und Szenerien "so plastisch", dass man sich in ihnen verlieren kann, so Messmer.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.04.2002

Der Rezensent Rolf Vollmann empfindet zwischen dem ersten Roman The Sheltering Sky von 1949 und dem so eben erschienenen "Gesang der Insekten" des Autoren Bowles eine Verwandtschaft der "Untröstlichkeit" und "Melancholie", die sich als "Zeitbomben" in "Zeichen", wie "Hundeheulen, Schalenknacksen, Nägelfeilen" dem Protagonisten atmosphärisch mitteilen. Dass der Rezensent, so bearbeitet, nicht von der Melancholie erfasst wird schreibt er dem Generationswechsel zu, der ihn nur noch "leeren Sprachgesten" lässt, in denen sich die Seele der vergangenen Generation der "europamüden", die Freiheit suchenden Wanderer sich ausdrückte.