Das Funkhaus in der Ostberliner Nalepastraße war eine Welt für sich. Von hier aus wurde das Publikum in der DDR mit fünf Hörfunkprogrammen zentral versorgt. Dokumentarsendungen ("Features") hatten ihren festen Platz im Programm. Die Studie wertet erstmals die zahlreichen Tondokumente und Akten aus, die vom DDR-Feature überliefert sind. Über vierzig Zeitzeugen, darunter Autoren, Dramaturgen und Regisseure, geben Auskunft über ihre Arbeit in den Kulturprogrammen und äußern sich zu ihrer "Radionische". Im Spannungsfeld zwischen persönlicher Erinnerung und Aktenzitat wird der Arbeitsalltag von DDR-Journalisten rekonstruiert. Es entsteht ein präziser Einblick in die Bedingungen von Journalismus und Kunst im "real existierenden Sozialismus".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.07.2013
Die Rolle des Radiofeatures in der DDR lernt Stefan Fischer beim Medienhistoriker Patrick Conley kennen, der in seinem Buch die Funktion dieses Genres recht genau umschreibt: Agitation. Die vom Autor gelieferten Belege - Archivmaterial, Korrespondenzen, Protokolle und Interviews mit Redakteuren, Regisseuren und Autoren, scheinen Fischer zu überzeugen. Umso beeindruckender findet Fischer, was einzelne Autoren immer wieder trotz allem im Radiofeature an ästhetischer Qualität zustande gebracht haben. Auch darüber informiert ihn der Band.
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