Die Wiederentdeckung der Einsamkeit - auf einer gottverlassenen Leuchtturminsel im Mittelmeer.Auf einer winzigen Insel im Mittelmeer, deren Felsen steil abfallen und wo Schiffe nur bei ruhiger See anlegen können, ragt ein einsamer Leuchtturm empor. Wie ein Zyklop sucht er mit seinem Auge den nächtlichen Horizont ab, ein fixer und unentbehrlicher Orientierungspunkt für Generationen von Seefahrern. Drei lange Wochen bringt Rumiz, der ruhelose Wanderer, dort zu und sucht wie der Lichtstrahl nachts den Himmel und tags den Horizont ab. Er lernt, das Aufkommen eines Gewitters zu erkennen, dem Wind zuzuhören, mit den Möwen zu fliegen, mit dem Esel zu reden. Und er denkt über das Mittelmeer als Kulturraum von Triest bis in den Libanon nach, als Ort des Austauschs, des Handels, der Kriege bis heute, mit eigener Lingua franca.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2017
Rezensent Benedikt Mahler liest fasziniert den Bericht von der Insel, den Paolo Rumiz als Flaschenpost sendet. Wenn der Weltreisende auf seinem Eiland von seinen Abenteuern berichtet, vom Zubereiten einfacher Speisen, den Sprachen rund ums Mittelmeer und den Sternen, lauscht Mahler gebannt. Vor allem, weil der Autor immer die passende mythologische Verbindung herzustellen weiß, wie Mahler erklärt, aber auch, da der Autor altersweise, doch nicht altersmilde die Zerstörung der mediterranen Lebenswelt und den Umgang Europas mit seinen Anrainern auf der anderen Seite beklagt.
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