76 Minuten Laufzeit. Gelesen von Otto Sander. Seit Generationen spukt es auf Schloß Canterville. Doch keine der Gruselgeschichten kann Hiram B. Otis vom Kauf des alten Gemäuers abbringen. Der Gesandte und seine Familie, moderne, aufgeklärte Amerikaner, glauben nicht an Gespenster. Und so begegnen sie Sir Simon de Canterville, der pflichtschuldig versucht, die neuen Schloßbewohner zu Tode zu erschrecken, mit einer Respektlosigkeit, die das alte Gespenst schier zur Verzweiflung bringt ...
Frank Schäfer beginnt seine Rezension mit einer ausführlichen Nacherzählung von Wildes Gespenstergeschichten-Parodie und merkt dann eher kurz an, dass die des sonst geschätzten Otto Sanders Vorlesekunst hier nicht ganz auf der Höhe ihrer selbst sei. Durch gelegentliche übertriebene "Schauspielerei" gleite die Erzählung in Richtung Possierlichkeit. Am besten gelungen findet Schäfer den Monolog des Gespensts, in dem es um Erlösung fleht. Die Illustration des Booklets durch Volker Kriegel sei "liebevoll", inkorrekt freilich der Hinweis, dass das "Gespenst von Canterville" Wildes erste Veröffentlichung sei.
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