76 Minuten Laufzeit. Gelesen von Otto Sander. Seit Generationen spukt es auf Schloß Canterville. Doch keine der Gruselgeschichten kann Hiram B. Otis vom Kauf des alten Gemäuers abbringen. Der Gesandte und seine Familie, moderne, aufgeklärte Amerikaner, glauben nicht an Gespenster. Und so begegnen sie Sir Simon de Canterville, der pflichtschuldig versucht, die neuen Schloßbewohner zu Tode zu erschrecken, mit einer Respektlosigkeit, die das alte Gespenst schier zur Verzweiflung bringt ...
Frank Schäfer beginnt seine Rezension mit einer ausführlichen Nacherzählung von Wildes Gespenstergeschichten-Parodie und merkt dann eher kurz an, dass die des sonst geschätzten Otto Sanders Vorlesekunst hier nicht ganz auf der Höhe ihrer selbst sei. Durch gelegentliche übertriebene "Schauspielerei" gleite die Erzählung in Richtung Possierlichkeit. Am besten gelungen findet Schäfer den Monolog des Gespensts, in dem es um Erlösung fleht. Die Illustration des Booklets durch Volker Kriegel sei "liebevoll", inkorrekt freilich der Hinweis, dass das "Gespenst von Canterville" Wildes erste Veröffentlichung sei.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…