Omar Calabrese

Die Geschichte des Selbstporträts

Cover: Die Geschichte des Selbstporträts
Hirmer Verlag, München 2006
ISBN 9783777429557
Gebunden, 390 Seiten, 110,00 EUR

Klappentext

Mit 343 Farbabbildungen. Die Geschichte des Selbstporträts reicht zurück bis in die Antike, doch erst in der Renaissance, als sich das Selbstverständnis der Kunstschaffenden vom Handwerker zum Künstler wandelte, wurden sie fester Bestandteil im Oeuvre der Maler. Die vielfältigen Formen der Selbstpräsentation werden im vorliegenden Band in thematischen Kategorien vorgestellt. So erscheinen Maler in frühen Gemälden mit religiösen, mythologischen oder historischen Szenerien häufig als Figur in der Menge, gleich einer bildlichen Signatur. Um die eigene Kunstfertigkeit zu betonen, stellte man sich während des Malprozesses an der Staffelei dar oder nahm einen Spiegel als kompositorisches Mittel zu Hilfe. In der modernen Kunst schließlich wird das Bild der eigenen Person dekonstruiert, bis sie sich gänzlich im Werk auflöst. In dieser reich illustrierten Gesamtschau tritt der Leser in den Dialog mit den Meistern ihres Fachs, darunter Dürer und Caravaggio, sowie Angelika Kauffmann, Elisabeth Vigee-Lebrun, van Gogh und Dali. Der Band liefert eine umfassende Darstellung und fundierte Analyse der vielen Ausprägungen des Sujets.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.02.2007

Schlechte Noten gibt Rezensentin Petra Kipphoff dieser "Geschichte des Selbstporträts". Zwar ist es für sie, rein äußerlich, ein "Meisterwerk der Buchkunst" geworden. Inhaltlich ist das Buch aus ihrer Sicht mit seiner reizvollen äußeren Form allerdings kaum kompatibel. Die Rezensentin stolpert schon über die Dreistigkeit, mit welcher der Autor erst einmal sämtliche vorausgegangenen Bearbeiter des Themas als unzulänglich abhakt. Dass der vollmundigen Exposition dann eher magere Binsenweisheiten folgen, macht die Sache für Kipphoff zum Ärgernis. Auch die Bemühungen des italienischen Linguisten, den Begriff "Porträt" auch sprachwissenschaftlich zu verarbeiten, entpuppen sich für sie letztlich als Selbstidealisierung, ein Eindruck, den auch die Bibliografie bestätigt, wo Omar Calabrese sich selbst insgesamt sechsmal zitiert, während Schwergewichtiges wie Jacob Burckhardts Betrachtungen zum Thema gänzlich fehlt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2007

Mit großer Neugier hat Manfred Schwarz diesen Band zur Geschichte des Selbstporträts zur Hand genommen. Angezogen haben ihn vor allem die prächtige Ausstattung des Bandes und die Tatsache, dass es bisher keinen solch ausführlichen Überblick gab, wie ihn sich der italienische Kommunikationswissenschaftler Omar Calabrese mit seinem Werk vorgenommen hat. Und, wie Rezensent Schwarz deutlich macht, gibt es über den Wandel des Künstlerverständnisses einiges zu erforschen. Ausführlich widmet er sich in seiner Besprechung der italienischen Hochrenaissance, da unter "Harfenklang und Goldgeklimper" einer Verehrung der Künstler der Weg bereitet wird, die sich immer selbst immer weniger als "lumpige Handwerker" verstehen. Nicht ganz ersichtlich wird, ob Schwarz diese Ausführungen dem Band entnommen hat. Über ihn äußert er sich vor allem enttäuscht. Zu oberflächlich, allgemein und ungenau, wenn nicht gar fehlerhaft findet der Rezensent die Darstellung Calabreses. Er konstatiert sogar einen Mangel an "kunsthistorischer Substanz", über den er sich auch nicht durch bildungshuberische Spekulationen zu "Repräsentation und Repräsentanz" hinwegtäuschen lassen mochte.
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