Michelle Steinbeck

Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch

Roman
Cover: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch
Lenos Verlag, Basel 2016
ISBN 9783857874697
Gebunden, 153 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Loribeth ist auf der Flucht, in ihrem Koffer ein erschlagenes Kind. Eine Wahrsagerin hilft ihr weiter: Sie muss den Koffer samt Kind ihrem verschollenen Vater bringen, um erwachsen zu werden. Auf ihrer phantastischen Reise durchquert sie Städte, Wüsten und Meere und verliebt sich in alle Wesen, die ihr etwas Essbares anbieten. Doch unerwartete Begegnungen, Katastrophen und eine erschreckend lebendige Kofferleiche zwingen sie stets weiterzuziehen - bis der Koffer seinen Bestimmungsort findet und Loribeths Blick sich verändert: Das Magische geht ins Reale über. Das lang­ersehnte Leben im Kreis der auserwählten Freunde ist öd; nichts passiert. Um ein wenig Magie zurückzuholen, wird wild gefeiert, doch Loribeth kann nicht aufhören zu fragen: Soll das nun alles sein?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.06.2016

"Wie bei Gulliver im Wunderland" fühlt sich Sabine Vogel in Michelle Steinbecks Debütroman über eine etwas andere Adoleszenz. Entwicklungsroman geht anders, meint Vogel. Grandios findet sie das Buch wegen seiner schönen Überdrehtheit, seinem Surrealismus und seinen bizarren Ideen: eingelegte Kinderfinger und Kinder auf Hustensaft. Dass nichts stabil und alles magisch und relativ ist, daran erinnert die Autorin die Rezensentin mit ihrer absurden Prosa "zwischen Panik und Komik".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.06.2016

Sichtlich beeindruckt ist Rezensent Sebastien Fanzun von Michelle Steinbecks Debütroman. Auf ihrer Flucht, die gleichzeitig eine Suche ist, gleitet die Erzählerin, scheinbar ohne selbst wirklich darauf Einfluss zu nehmen, durch verschiedene Handlungsorte, macht seltsame Begegnungen, verliebt sich in verschiedenste Wesen und durchläuft dabei eine wesentliche Entwicklung: sie wird allmählich erwachsen, erzählt Fanzun. Die merkwürdige assoziative Welt des Entwicklungsromans erkläre sich nur durch "die Logik des Traums", die jedoch mitunter auch in die des Albtraums kippe. In einem "atemlosen" Prosastil, voll von Motiven, Klängen und fantastischen Einfällen werde hier vom Meer und "Träumen vom Meer" erzählt. Durchaus zum Fürchten, meint Fanzun, der das eindeutig als Lob versteht.