Mercedes Rosende

Falsche Ursula

Kriminalroman
Cover: Falsche Ursula
Unionsverlag, Zürich 2020
ISBN 9783293005594
Kartoniert, 208 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Peter Kultzen. Ursula ist unzufrieden. Zu hässlich, zu hungrig, zu allein - ihr Leben läuft überhaupt nicht so, wie sie es gern hätte. Die Schwester ist schöner, die Nachbarin glücklicher, und wer hält schon eine ewige Gemüsesuppen-Diät durch? Da kommt ihr der mysteriöse Erpresseranruf eigentlich ganz gelegen: Man habe ihren Ehemann entführt, eine Million Lösegeld. Nur: Ursula hat gar keinen Ehemann. Doch ihr unstillbarer Hunger auf das Leben der anderen verbietet ihr, die Verwechslung aufzudecken. Sie entdeckt ihr kriminalistisches Talent, das sie in ein abstrus herrliches Abenteuer führt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.07.2020

"Chilischarf" und vergnüglich nennt Rezensentin Sylvia Staude dieses Buch der uruguayischen Schriftstellerin Mercedes Rosende, die ihr einen Krimi der ganz anderen Art erzählt: Es geht um die Entführung eines Geschäftsmannes - der Entführer kontaktiert allerdings fälschlicherweise für seine Lösegeldforderung die dicke Ursula, die gar nichts mit dem Entführten zu tun hat. Vielmehr ist sie mit Diäten und Flirtversuchen mit dem Entführer beschäftigt, verrät die Kritikerin. Spannend, witzig und die männlichen Figuren sanft verspottend - ein "Frauenroman", den Staude gern empfiehlt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.04.2020

Rezensentin Marie Schmidt hat den Roman, der eine Art Fortsetzung von "Krokodilstränen" sei - zumindest was Montevideo und das Personal angeht - offenbar etwas merkwürdig gefunden. Die schon bekannte übergewichtige Ursula ist wieder dabei, durch eine Verwechslung wird sie zur falschen Ursula des Titels. Die Kunst der Autorin verwickelt sie in eine groteske Handlung, durch die, wie Marie Schmidt uns verrät, "der Fall" sich weniger entwickelt als "völlig zerfällt". Denn tatsächlich geht es weniger um ihn als um eine sich und andere hassende Protagonistin, die zudem keine genretypischen Erwartungen erfüllt, bemerkt die verblüffte Kritikerin.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.03.2020

Rose-Maria Gropp ist ganz berauscht von der Bösartigkeit von Mercedes Rosendes voluminöser Heldin. Rosendes Montevideo-Krimi steht und fällt mit dieser dauerzeternden, misanthropischen, übergewichtigen Figur, findet sie. Wie Rosende "hart an der Seite" ihrer Protagonistin agiert, den Spannungsbogen spannt und unerwartete Wendungen einbaut, das liest sich für Gropp auch in der Übersetzung von Peter Kultzen ganz fabelhaft. Mehr wird nicht verraten.
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