In seiner künstlerischen wie auch akademischen Arbeit beschäftigt sich der Fotograf Matt Henry vornehmlich mit der amerikanischen Politik der 1960-er und -70-er Jahre. In seinen fotografischen Arbeiten schafft er fiktive Szenen, die einer lockeren Erzählstruktur folgen. Hierfür schreibt er eigens Storyboards und inszeniert die Bilder von Kostüm bis hin zur Requisite selbst.
Henrys Inszenierungen beziehen amerikanische Fotografie, Kino und Literatur der 1960er und -70er Jahre ein und untersuchen diese auf unterschwellige ideologische Anliegen. Den Künstler interessiert die gesellschaftliche Gegenbewegung jener Zeit und so beschäftigt sich sein erstes Buch, Short Stories, mit dem Aufstieg progressiver Politik vor dem Hintergrund kleinstädtischen Konservatismus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.06.2016
Hannes Vollmuth gerät beim Betrachten von Matt Henrys "Short Stories" ins Schwärmen. Und das, obwohl die Bilder vor allem Beklemmung auslösen, fährt der Kritiker fort: Die Fotos, die zwar meist in England aufgenommen wurden, aber amerikanisches Leben zwischen 1964 und 1974, genauer das Gefühl zwischen "Hippie-Utopie und Desillusion", inszenieren, erscheinen dem Rezensenten wie Filmstills aus einem unbekannten David Lynch-Film. Großartig, wie Henry mit feinem Gespür für Details und faszinierendem Hyperrealismus alte Motive neu belebt, lobt der Rezensent, dem die Bilder nicht zuletzt an Kurzgeschichten von Raymond Carver erinnern.
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