Sommer, Sonne, Reggae - es war einfach alles perfekt an jenem Abend im August. Doch wie gern würden Judith, Philipp und Anouk genau diesen Abend aus ihrem Leben streichen. Den Abend, an dem sie Yasmin töteten. Ein tragisches Unglück. Keine Zeugen. Ein Schweigegelübde wird für die drei Freunde zur moralischen Zerreißprobe. Angst und Schuldgefühle wiegen immer schwerer - verkehren Vertrauen in Misstrauen, Stärke in Schwäche, Liebe in Hass ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2009
Absolut begeistert zeigt sich Elena Geus von dem zweiten Buch der jungen Autorin Marlene Röder. Die wuchtig einsetzende Geschichte um eine unterlassene Hilfeleistung und vier Teenager im klebrigen Netz aus Schuld und Angst gerät laut Geus zum vielschichtigen Psychogramm. Formal gefallen der Rezensentin die geschickten Perspektivenwechsel, mit denen Röder Handlungsoptionen ins Spiel bringt, die Distanz, die ihr verbietet, sich auf einen der Wege festzulegen sowie die gerade Sprache, die die Erzählung fließen lässt. Von Dahinplätschern kann indes keine Rede sein. Fesselnd findet Geus die inneren und äußeren Kämpfe der Figuren, und am Ende zieht ein Erpresser die Spannungsschraube noch ein bisschen an. Als sie das Buch zuklappt, lässt es Geus noch immer nicht los; die Frage nach der eigenen Moral, meint sie, bleibt im Raum.
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