Markus Frenzel

Leichen im Keller

Wie Deutschland internationale Kriegsverbrecher unterstützt
Cover: Leichen im Keller
dtv, München 2011
ISBN 9783423248761
Gebunden, 434 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Ausgerechnet Deutschland ist nach wie vor Rückzugsraum und Drehscheibe für internationale Kriegsverbrecher. Sie bleiben unbehelligt, obwohl sie auf der Black-List der UN stehen und von Interpol gesucht werden. So kam es, dass der Chef der berüchtigten FDLR-Rebellen im Kongo von einem Wohnzimmer in Mannheim aus in aller Ruhe einen Vernichtungskrieg gegen die dortige Zivilbevölkerung dirigieren konnte. In diesem Fall hat Markus Frenzel mit einem aufsehenerregenden Bericht bei "Fakt" dafür gesorgt, dass sich das ändert. Der Mann wurde festgenommen. In Deutschland wird ihm der Prozess gemacht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.11.2011

Ein bisschen zu aufgeregt im Gesamtgestus erscheinen die Fallstudien und die daraus abgeleitete Kritik am Moralverständnis der deutschen Regierung beim Umgang mit internationalen Kriegsverbrechern dem Rezensenten. Was der Journalist Markus Frenzel da etwa über den bei uns beheimateten Chef der Hutu-Rebellen, Ignace Murwanashyaka, ans Licht bringt, schätzt Wilfried von Bredow zunächst zwar als gute Aufklärungsarbeit. Bei den Gründen für das Fehlverhalten der Regierung macht es sich Frenzel für Bredows Empfinden allerdings zu leicht. Schlamperei, Naivität, Verantwortungslosigkeit kann Bredow nicht erkennen. Eher schon das schwierige Geschäft der Diplomatie. Der am Ende des Buches vom Autor interviewte Stephane Hessel mache es vor: behutsam abwägend, politisch weise.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.06.2011

Wie der Völkermord global organisiert wird, lernt Verena Mayer vom Journalisten und Politologen Markus Frenzel. Und sie lernt auch, wie einfach es wäre, dem auf die Schliche zu kommen. Allein, der Chef der berüchtigten Hutu-Rebellen im Kongo, lebte bis vor kurzem als Biedermann unbehelligt in Deutschland. Mayer kann's nicht fassen. Auch, weil der Autor belastende Quellen en masse offenlegt, Akten, UN-Dossiers, SMS-Listen etc. Interessiert hat das niemanden, stellt Mayer fassungslos fest. Allerdings wird Mayer auch klar, wie komplex die Fälle sind, sobald es um bilaterale Interessen geht. Da sind deutsche Militärausbilder schon mal ausschlaggebend für einen Putsch in Guinea. Und dass sich um solche Verflechtungen nur eine Handvoll Juristen kümmert, wie der Autor weiß, macht die Rezensentin wiederum sprachlos.

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