Aus dem Französischen von Norma Cassau und Andreas Jandl. Hélène ist klein, zart, acht Jahre alt, nennt sich Joe und behauptet, zehn zu sein, damit sie den Job als Zeitungsausträgerin bekommt. Umgeben von drei Schwestern, einem Vater, der das Leben nur als melancholischer Trinker erträgt, und einer Mutter, die sich mit drakonischer Strenge panzert, ist Joe manchmal etwas einsam, ganz wie Roger, der plötzlich im Garten des Nachbarhauses steht und flucht. Roger ist achtzig, ein begnadeter Grantler, dessen Flüche mit jeder Flasche Bier phantastischer werden. Wie Joe den lebensmüden Roger ins Leben zurückholt und er zum Schutzpatron dieses empfindsamen Mädchens wird, beschreibt Marie-Renée Lavoie aus Kanada mit viel Witz und Poesie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.01.2014
Im Mittelpunkt von Marie-Renee Lavoies "Ich und Monsieur Roger" steht die Freundschaft der jungen Hélène mit dem Nachbarn der Familie, dem alten Monsieur Roger, berichtet Juri Müller. Die Rollen sind klar verteilt, erklärt der Rezensent: Hélène bringt wieder Schwung ins Leben des Alten, der sie dafür vor allerlei Schwierigkeiten bewahrt. Vor allem wird in diesem Buch oft und scharfzüngig diskutiert, verrät Müller, der besonders an den Kabbeleien der beiden Hauptfiguren viel Spaß hatte.
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