"Ich war mein ganzes Leben lang von Wut getrieben. Und von der Sehnsucht nach Liebe." Norman Mailer "Pläne? Programme? Perspektiven? Hatte ich nie. Mein Leben war herrlich und von vollkommener Planlosigkeit." Ottavio Missoni "Ich bin jetzt achtzig. Wie es sich anfühlt, alt zu werden? Hören Sie mal, ich bin nicht alt." Paul Bocuse. Die Journalistin Marie-Luise von der Leyen hat bedeutende Persönlichkeiten jenseits der Sechzig getroffen und mit ihnen über die großen Motive ihres Lebens gesprochen. In außergewöhnlicher Offenheit erzählen sie über Liebe, Arbeit, Einsamkeit, Angst und Zorn, über Zufall, Abenteuer und Sinn.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2007
Thema verfehlt, meint Rezensent Jens-Christian Rabe, der das Vorhaben eigentlich begrüßt und auch die Methode der Prominentenbefragung. Das könnte ja interessant werden, freut sich der Rezensent zu Beginn, und ärgert sich schon über die Einleitung der Autorin, in der von einer Entmachtung der Älteren die Rede sei, wo doch schon der Blick in den Bundestag anderes erzähle. Und obwohl ihre Gesprächspartner eher alt als älter seien, spreche Marie-Luise von der Leyen euphemistisch vom "Älterwerden" anstatt auch mal vom "Altsein". Schuld an den mäßig interessanten Interviews ist aus Sicht des Rezensenten auch die Form des Protokolls, die die Fragen ausblende und so auf die Dauer gleichförmig wirke. Auch seien die thematischen Überschriften der Gespräche nichts als "Schummelei" und man könne lange nach entsprechenden Passagen suchen. Insgesamt findet der Rezensent alles zu "harmlos" und im Falle Peter Zadeks sogar eine schöne Formulierung: "verschärfte Belanglosigkeit".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2007
Christian Geyer sieht sich angesichts der Lebensgeschichten von prominenten Zeitgenossen zu der Frage aufgerufen, was überhaupt eine Persönlichkeit sei und wodurch sich ein gelungenes Leben auszeichne. In diesem Band hat Marie-Luise von der Leyen ausschließlich bekannte Persönlichkeiten zu ihren Lebensgeschichten befragt, stellt der Rezensent klar, aber er hat den Eindruck, dass das ganz unwichtig ist. Die Porträtierten glänzen tatsächlich durch ihre außergewöhnliche Persönlichkeit und nicht durch ihre bloße Prominenz, freut sich Geyer, der dem Buch Unterhaltungswert und interessante Einsichten bescheinigt.
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