Aus dem Italienischen von Christiane Pöhlmann. Diese "sizilianische Katherine Mansfield" kommt von der kleinen Form her, und es sind die kleinen Dinge, die ihre Prosa reich machen: die gerösteten Kichererbsen auf einer Hochzeit, die Kämme im Bauchladen, die Zugabe eines zweiten Brotes für einen verarmten Anwalt, das Attest des Dorfarztes für die Auswanderung nach Amerika ... In ihren Erzählungen stellt Maria Messina uns ihr Sizilien vor, das sie so geliebt hat - mit seinen Dörfern, mit Hunger, Armut, Analphabetismus und voller Gottvertrauen. Sie zeichnet ein Wimmelbild von Figuren, vornehmlich von Frauen, mit deren Träumen und Sorgen, mit ihrem Kummer und ihrer Freude. Als Leonardo Sciascia auf Messinas Erzählung "La Mèrica" stieß, sprang bei ihm der Funke über, und er machte sich an die Entdeckung dieser in Vergessenheit geratenen Autorin. Sterne, die fallen beinhaltet die erste deutsche Übersetzung von "La Mèrica", auch die anderen Erzählungen sind deutsche oder weltweite Erstübersetzungen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.11.2025
"Hohe Kunst" sieht Rezensentin Katharina Döbler in dieser literarischen Wiederentdeckung: Die sizilianische Schriftstellerin Maria Messina war zu Beginn des 19. Jahrhunderts ziemlich erfolgreich mit ihren Romanen und Erzählungen, die sich um die Lebensrealitäten vor allem von Frauen drehen. Die Härte des Lebens in der sizilianischen Provinz, das stumme Ertragen-Müssen der Unterdrückung durch Mann und Gesellschaft und die Schwierigkeit, daraus auszubrechen - das sieht die Kritikerin hier in beeindruckender Weise dargestellt. Anhand alltäglicher Details, wie "Leinentüchern oder gerösteten Kichererbsen", verhandelt Messina gesellschaftliche Verhältnisse. Mit wenigen Worten eröffne Messina "emotionale Abgründe", staunt Döbler. Viele der Erzählungen könnten auch für heutige Filme oder Romane die Vorlage stellen, versichert eine faszinierte Kritikerin.
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