Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.03.2000
Sidi Sifr, Herr der Null, nennen die Schüler den jungen José Ben Alvar, weil er schon mit der indisch-arabischen Erfindung der Null rechnen kann, die bei den Römern unbekannt war; aber José ist Christ und muss in ein Kloster im spanischen Norden fliehen. Der Autorin ist eine packend und anschaulich geschriebene "Abenteuerstory" um die Geschichte der Mathematik gelungen, meint Fritz Wolf. Ihr historischer Roman, der mit authentischen Figuren und Schauplätzen des mittelalterlichen Spanien aufwartet, enthält außerdem eine - dem Rezensenten allerdings etwas zu modern geratene - Liebesgeschichte. Und sie ist ein Plädoyer für weltanschauliche Toleranz zwischen Muslimen, Juden und Christen. Dass der Ursprung europäischer Wissenschaft in der arabischen Kultur liegt, und auch der Islam als Toleranzreligion zur Zeit des Romans den nordeuropäischen Gesellschaften weit voraus war, ist eine weitere lohnende Entdeckung, die man mit Hilfe dieses Buches noch einmal machen kann, schreibt der Rezensent.
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