Klappentext
Aus dem Englischen von Nikolaus Hansen und Kathrin Razum. "Ihr werdet nie verstehen, wie das Land erinnert, wie tief die Wurzeln reichen."Auf einer windgepeitschten Halbinsel, die sich weit in den Atlantik erstreckt, arbeiten Tomás und sein Sohn Liam für den Ordnance Survey, der ganz Irland kartieren soll. Wir schreiben das Jahr 1865, und das Land ist gezeichnet von der Großen Hungersnot, die ihre Heimat verwüstet und entvölkert hat. An einem regnerischen Herbsttag verlieren sich Sohn und Vater in einem kleinen Hain. Als Tomás zurückkehrt, meint er, seine Berufung gefunden zu haben: Die Karten, die er anfertigt, sollen zum Zeugnis der Katastrophe werden und damit jenen dienen, die das irische Erbe erhalten wollen. Besessen von seiner Idee, krempelt Tomás das Leben seiner Familie um - die mit ihm fortan auf diesem alten, ewigen Land leben wird.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.07.2026
Rezensent Sylvia Staude bleibt etwas unzufrieden zurück nach der Lektüre von Maggie O'Farrells neuem Roman "Land". Viel Mythisches begegnet der Kritikerin hier, es geht um den schweigsamen Landvermesser Tomás, der nach einer Art Erscheinung plötzlich nicht mehr aufhört, zu reden, seinem Sohn Liam begegnet außerdem ein der Sage nach lange verstorbenes Mädchen. Thematisiert wird aber auch die große Hungersnot in Irland und deren verheerende Auswirkungen, lesen wir. Tomás Tochter Enda wird später mit einer Violine Kanada bereisen und dort so "wundersam" spielen, dass sie damit Geld verdienen kann. Eine Mischung aus historischem Roman, Märchen und Familienepos also, mit dem die Kritikerin allerdings nicht ganz glücklich wird. Die Figuren lassen sie ein wenig kalt, vielleicht weil die Autorin etwas "von oben herab" auf sie blickt, vielleicht, weil der Roman in seinen Klischees stecken bleibt. Vielleicht funktioniert das Ganze als Film besser, überlegt Staude, die Rechte sind jedenfalls schon verkauft.
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