Aus dem Englischen von Britta Fietzke. Mit zahlreichen Abbildungen. 1969 eröffnet, symbolisierte das Intercontinental in Kabul einst den Traum eines sich modernisierenden Landes. 50 Jahre später thront das legendäre Hotel noch immer auf einem Hügel unweit der afghanischen Hauptstadt. Es hat die sowjetische Besatzung, mehrere Staatsstreiche, einen Bürgerkrieg, die US-Invasion und den Aufstieg, Fall und Wiederaufstieg der Taliban überstanden. BBC-Chefkorrespondentin Lyse Doucet checkt seit 1988 im "Interconti" ein. Sie erzählt von der Köchin Abida, dem Restaurantleiter Mohammed Aqa, vom Empfangschef Sadeq und der Kellnerin Malalai: von den bewegenden Leben jener, deren Schicksale untrennbar mit diesem besonderen Ort verbunden sind.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.03.2026
Die Journalistin Lyse Doucet ist Afghanistan-Kennerin, versichert Rezensentin Jasamin Ulfat-Seddiqzai, der Erzählung, Afghanistans Geschichte bestünde vor allem aus Armut und Islamismus, weiß sie dieses Buch entgegenzusetzen. Im Zentrum steht das Hotel Intercontinental in Kabul, in den 60ern gebaut, dessen Angestellte lässt Doucet erzählen: Vom unzweifelhaft vorhandenen Leid, aber auch von der Hoffnung, dass mit diesem modernen Hotel der Tourismus Einzug hält. Von Hochzeiten, die hier gefeiert werden, trotz Krieg, trotz Islamisten, trotz Terror, vom Luxus, aber auch vom Überfall der Sowjetunion und vom Bürgerkrieg. Doucet zeigt laut Ulfat-Seddiqzai ein "Mosaik der Resilienz", in dem sie den Hotelmitarbeitern hier eine Stimme gibt und dem nach wie vor betriebenen Hotel ein Denkmal setzt.
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