Xiao Sina zieht als achtjähriges Mädchen mit ihrer Familie vom Dorf in eine kleine Stadt, in der ihr Vater, ein angesehener Mann, eine gut laufende Ölpresse betreibt. Ab Oktober 1949, nach der Machtübernahme der Kommunisten, wendet sich das Schicksal für die Familie: Der Vater wird als "Grundbesitzer" eingestuft und muss fliehen, die Mutter wird ins Gefängnis geworfen. Inzwischen siebzehnjährig, steht Sina als Kind von "Klassenfeinden" allein in der Welt, sie ist geduldet, aber mehr oder weniger rechtlos. Wie durch ein Wunder wird sie zur Ausbildung als Lehrerin zugelassen und rettet sich vor dem Hungertod. Als sie 1957 zum Studium auf den berühmten Lushan-Berg kommt, ist sie eine umworbene junge Frau, deren Schicksal noch mehrmals von den politischen Verwerfungen ihres Landes auf das Heftigste gezeichnet wird, und doch gelingt ihr letztendlich ein geglücktes Leben ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2026
"Klar, geradlinig und mit großer Empathie" schreibt Luo Lingyuans über die Zeit des maoistischen Terrors, findet Rezensentin Judith Leister, die allerdings auch einige Kritikpunkte hat. Das Buch, das auf dem Leben der Mutter der Autorin basiert, spielt in der Provinz Jiangxi und erzählt von Lina, einer jungen Frau, deren Eltern nach der Machtübernahme der Kommunisten im Gefängnis landen und untertauchen. Lina selbst besucht eine pädagogische Hochschule und muss sich vor allem mit übergriffigen Männern herumschlagen, die sie als Freiwild betrachten. Die Repressionen und Hungersnöte, die die maoistische Politik von der "Anti-rechts-Kampagne" bis zur Kulturrevolution mit sich brachte, werden im Buch thematisiert, allerdings merkt Leister an, dass das zwar mit Sensibilität aber teils etwas brav geschrieben ist. Auch kommt es der Kritikerin vor, als ob es auf Seiten der Autorin noch "Restloyalität" dem Maoismus gegenüber gibt. Ein wenig Abstand zu eigenen Geschichte wäre vielleicht gut gewesen, befindet die Kritikerin.
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