Aus dem Portugiesischen von Michael Kegler. Luiz Ruffatos Roman erzählt mit lakonischer Präzision vom alltäglichen Überlebenskampf eines Migranten in Europa und zeigt uns ein Bild der Stadt Lissabon fernab von touristischen Klischees. Eine moderne Parabel.
Für Marko Martin ist Luiz Ruffato der derzeit interessanteste Schriftsteller Brasiliens. Dem Sound seiner Prosa nicht zu verfallen, sei praktisch unmöglich. Tragikomisch seien vielfach auch die Sätze des Protagonisten Serginho, einem Mann aus der brasilianischen Provinz, den es nach Lissabon verschlägt, weil das Geldverdienen dort angeblich leichter ist als in der Heimat. Es ist gar nicht wichtig, so Martin, ob diese Figur real existiert, wie es der Autor behauptet. Der Rezensent hält Serginho jedenfalls für einen "Erzsympathischen - halb Hans im Glück, halb Rastignac". Ruffatos Bücher seien stets mehr als simple Sozialanklagen, und auch am neuesten Werk lobt der Kritiker, es werde trotz Hypotaxe und Detailreichtum "nicht enervierend schwadroniert - oder gar subersives Bewusstsein vorgeführt". Überzeugt hat Martin auch die kongeniale Übersetzung durch Michael Kegler.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Dörte Hansen: Broder "Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…