Klappentext
Eine Kindheit und Jugend im Ausnahmezustand und ein Mädchen, das zur Heldin der eigenen Geschichte wird. Lale wächst in den 80ern in einer Berliner Männer-Kommune auf, in der Partys gefeiert und Revolutionen geplant werden. Sie darf wach bleiben, solange sie will, Süßigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen Grenzen immer wieder übertreten werden. Auf dem schmalen Grat zwischen Freiheit und Vernachlässigung sucht Lale ihren Weg, taumelt an den Rändern und findet Jahre später Halt im Erzählen selbst.
Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.03.2026
Rezensentin Cynthia Cornelius zeigt sich ziemlich beeindruckt von Lilli Tolkiens Debütroman über Lale, ein Mädchen, das schon als Fötus den Drogenrausch der Mutter mitbekommt und dessen Vater als linker Terrorist im Knast sitzt. Sie wächst bei ihrem Pflegevater in einer Männer-WG auf, "zwischen Utopie und Verantwortungslosigkeit", zwischen Drogen, Übergriffen, misogynen Dynamiken und der Freiheit, zu tun, was sie will, lesen wir. Sie sucht nach ihrem Platz im Leben, eine Suche, die für Cornelius gerade durch den protokollarischen Ton so eindrücklich ist. Ein Roman, der die Rezensentin durch Präzision, eine genaue Erzählstimme und das Sujet, das ansonsten oft ausgeklammert wird, überzeugt. Sie fühlt sich an "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" und Angelika Klüssendorfs "Das Mädchen" erinnert.
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