Kurt Bartsch

Fanny Holzbein

Roman
Cover: Fanny Holzbein
Ullstein Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783550086052
Gebunden, 238 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

"Der Untergang der Stadt war beschlossene Sache." Mit diesem Satz beginnt der Roman Fanny Holzbein, der Roman über ein Mädchen, das eigentlich Fanny Salbei heißt, und der vom März 1945 bis Winter 1947 in Berlin spielt. An Fannys Seite ihre Freundin Charlotte - etwas älter als sie - eine treue Seele, der einzige Mensch, den sie noch hat. Und vier Jungen aus der Nachbarschaft, Spielgefährten von einst, die zu Kindersoldaten geworden sind, die wild entschlossen das verteidigen, was Ehre und Treue ihnen gebietet: das Vaterland, die Mädchen, die Illusion.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.12.2004

Märchen sind oft grausam, stellt Yaak Karsunke wieder einmal fest, der einen grausamen Roman mit märchenhaften Volten von Kurt Bartsch gelesen hat. Der Autor hat ein Buch geschrieben, in dem halbwüchsige Protagonisten ihre Kindheit und ihre Pläne an den Krieg verlieren. Die 13-jährige Titelheldin Fanny etwa will mit ihrer "seidenleichten Figur" nach dem Krieg Tänzerin werden. Wenig später verunziert eine plumpe Prothese den prädestinierten Körper. Das Buch zeigt, wie der Krieg die Kinder verrohen und ihr Denken von Mordphantasien beherrschen lässt. Dies geschieht in einem "lyrisch verknappten, lakonischen Ton", meint der Kritiker. Das Inferno des zu Ende gehenden zweiten Weltkriegs "wird registriert und nicht ausgemalt" - Karsunke scheint durchaus dankbar zu sein für diese Erzählweise. Mit diesen Stil gelingt es dem Autor, das Entsetzen mit Nüchternheit zu bannen, um es mitteilbar zu machen, lobt der Rezensent.
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