Konrad Paul Liessmann
Der Plattenspieler

Residenz Verlag, Salzburg 2025
ISBN 9783701736324
Gebunden, 64 Seiten, 15,00 EUR
ISBN 9783701736324
Gebunden, 64 Seiten, 15,00 EUR
Klappentext
Mit Illustration von Hanna Zeckau. Im Zeitalter der Digitalisierung erleben Plattenspieler und gute, alte Vinylscheiben eine beispiellose Renaissance. Für Konrad Paul Liessmann ist dies wenig verwunderlich. Er ist dem Plattenspieler stets treu geblieben. Immer noch üben der drehende Teller, die zarte Nadel und die feinen Rillen eine starke Faszination auf ihn aus. Wenn er sich seinem geliebten Plattenspieler widmet, verbindet der Philosoph Konrad Paul Liessmann persönliche Musikerfahrungen mit einer kleinen Kulturgeschichte des Hörens. Er erzählt die Geschichte der Speicherung und Wiedergabe von Schall, vom ersten Grammophon bis zu modernen Streaming-Diensten und fragt, wie sehr sich unser Verhältnis zur Musik durch ihre technische Reproduzierbarkeit verändert hat.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.05.2025
Hier wäre mehr möglich gewesen, findet Rezensent Jens Jessen. Denn dem Autor dieses Buches, Konrad Paul Liessmann, liegt dessen Gegenstand, der Plattenspieler, offensichtlich am Herzen. Und für Einsteiger in die Materie ist dieses Buch, das über die Geschichte des Geräts aufklärt und über die Debatten informiert, die um es herum immer wieder entstanden, durchaus brauchbar, lernen wir. Auch die Technik wird erläutert, meint Jessen - allerdings nicht detailliert genug. Als Beispiel nennt er die Frage, warum manche den analogen Plattenspieler digitalen Geräten für überlegen halten: das könnte mit der Art der Frequenzübertragung zu tun haben, sowie mit der andersartigen Klangkompression im Fall des Plattenspielers, denkt Jessen, den das interessieren würde. Er glaubt durchaus, dass Liessmann hier ins Detail gehen könnte - allein, der Autor dieses Buches ist von Haus aus Philosoph und deshalb möglicherweise einer allzu ausführlichen Erörterung technischer Fragen abgeneigt. Schade, findet Jessen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2025
Rezensent Tobi Müller kann Konrad Paul Liessmann ein bisschen Nostalgie in seinem Essay über den Plattenspieler nicht verdenken: Klar verbindet man mit der Apparatur Kindheitserinnerungen und die "Intensität der Jugendjahre". Und so fließen in den Text nicht wenige persönliche Erinnerungen des emeritierten Professors aus Wien ein, der dies allerdings so "sprachlich klar" mit den kulturgeschichtlichen Hintergründen der Abspielgeräte verbindet, dass eine unterhaltsame Mischung daraus entsteht, findet Müller. Ins "freundliche Verhör" nimmt der Autor den Kulturskeptiker Adorno, der bekanntlich nicht so viel mit etwaigen Neuerungen anfangen konnte. Außerdem gibt es Ausflüge zum Medientheoretiker Friedrich Kittler, erklärt Müller, und zur Ursprungsgeschichte des Tonbandes beim Militär. Dann geht es vor allem um klassische Musik und die Geräte selbst: Gerne liest Müller, was der Autor als "kundiger Liebhaber" von Musik und qualitativ hochwertiger Technik hier zu sagen hat, auch wenn sich dieser es nicht nehmen lässt, sich über die Klangqualität heutiger Technik zu beklagen.
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