Aus dem Koreanischen von Jan Henrik Dirks. In einer schmalen Gasse eines alten Stadtteils von Seoul befindet sich Frau Yeoms kleiner Gemischtwarenladen. Täglich kreuzen sich hier die Wege ganz unterschiedlicher Menschen. Der obdachlose Dok-go versucht sein Leben neu zu ordnen und fängt als Nachtschichtarbeiter in dem Laden an. Schnell merkt er, dass er nicht der Einzige ist, den Sorgen und Nöte umtreiben. Frau Yeom und Frau Oh hadern mit dem Verhältnis zu ihren erwachsenen Söhnen, In-gyeong ist unglücklich in ihrem Beruf als Schauspielerin, und Gyeong-man steht immer wieder sein hitziges Temperament im Weg. Doch durch Dok-go schöpfen sie alle neue Kraft - und lenken ihre Leben in überraschende und hoffnungsvolle Bahnen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2024
Rezensent Steffen Gnam taucht ein in die Lebenswirklichkeiten und die Lebensklugheit "Randständiger" im heutigen Seoul mit Kim Ho-yeons Roman. Das Buch, in Korea ein Bestseller, spielt in einem der 24-Stunden-Supermärkte der Millionen-Stadt, einem "Refugium erschöpfter Existenzen" und geeigneten Ort für Alltagsdramen. Hier spielen die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählten acht Episoden, erklärt der Rezensent. Wie der Autor den Spätkapitalismus und seine Themen wie Altersfeindlichkeit, aber auch Asienkrise, Handelskrieg und Corona in seinem Text anreißt, empathisch und humorvoll, sorgt für gute Unterhaltung, versichert Gnam.
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