Jürgen Müller

Deutscher Bund und deutsche Nation 1848-1866

Habilitationsschrift
Cover: Deutscher Bund und deutsche Nation 1848-1866
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2005
ISBN 9783525360644
Kartoniert, 637 Seiten, 68,90 EUR

Klappentext

Die bisherige Forschung vertritt die Auffassung, dass der Deutsche Bund eine mit der deutschen Nationsbildung grundsätzlich unvereinbare politische Ordnung gewesen sei. Diese Studie zeigt dagegen, dass der Bund ein entwicklungsfähiges Gebilde darstellte, das durch seine Politik auf den Prozess der deutschen Nationsbildung im 19. Jahrhundert erheblich einwirken konnte - und dies nicht nur in negativer Hinsicht. Vor allem nach der Revolution von 1848/49 versuchten die wiederhergestellte Bundesversammlung in Frankfurt sowie zahlreiche einzelstaatliche Regierungen, durch eine umfassende Reform der Bundesverfassung dem Deutschen Bund eine nationale Funktion zu geben und ihn als eine föderative Ordnung zu profilieren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.05.2006

Nicht immer auf einer Linie ist Rezensent Siegfried Weichlein mit dieser Arbeit über die nationale Politik des Deutschen Bundes zwischen 1848 und 1866, die der Historiker Jürgen Müller vorgelegt hat. Mit seiner These, die nationale Politik des Deutschen sei nicht nur in ihrer Wirkung messbar, sondern auch in ihrer Intention fassbar, wendet sich Müller nach Ansicht Weichleins gegen alle Versuche, "den Deutschen Bund national abzuwerten und zur Sackgasse der deutschen Geschichte zu stilisieren". Müller schildere zunächst die politische Geschichte des Deutschen Bundes, wobei er die Pläne zur Bundesreform ins Zentrum rücke, um dann anhand der Gesetzgebung in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Heimatrecht Schritte hin zu einem gemeinsamen Bundesrecht aufzuzeigen. Weichlein erwähnt zwar Müllers Beispiele von Bemühungen des Deutschen Bundes um eine wirtschaftliche Integration und eine einheitliche Währung. Im Gegensatz zu Müller unterstreicht er aber, dass dem Deutschen Bund die Aufrechterhaltung einer Friedensordnung aus dem Geiste der konservativen Monarchien letztlich wichtiger als eine nationale Ordnung gewesen sei.
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