Jochen Rack

Menschliches Versagen

Roman
Cover: Menschliches Versagen
Ars vivendi Verlag, 2010
ISBN 9783869130446
Gebunden, 277 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Während Marie Bilanzen erstellt, träumt sie davon, so gut auszusehen wie Brigitte Bardot und einen Mann zu finden, der so zärtlich küsst wie Elvis. Als sie 1960 Peter kennenlernt, scheint sich ihre Sehnsucht zu erfüllen. Wie alle Piloten der Bundeswehr hat Peter den Wunsch, einmal den Starfighter zu fliegen: "Liebe deine Maschine mehr als dein Mädchen, denn von deinem Flugzeug hängt dein Leben ab, von einer Frau nur das Glück." Die Mahnung seines Fluglehrers kommt ihm in den Sinn, als ein guter Kamerad bei einem Flug tödlich verunglückt. Vielleicht ist es kein Zufall, dass Peter Marie bald darauf einen Heiratsantrag macht? Jochen Rack zeichnet in seinem Fliegerroman, der zugleich eine fesselnde Liebes- und Familiengeschichte erzählt, ein plastisches Gemälde der 50er und frühen 60er Jahre mit ihrem autoritären Adenauer-Komplex, den Sehnsuchtsträumen von schnellen Autos, Rock n Roll, weißen Hochzeiten und Italienreisen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.12.2010

Nur eine einzige Kritik bringt diese Ausgabe von Bilder und Zeiten, das erweckt den Eindruck, als würde diesem Buch eines unbekannten Autors aus einem kleine Verlag ganz besonderes Gewicht beigemessen. Die Rezension füllt die Seite nicht ganz aus, schwimmt gewissermaßen in einem neckisch als Todesanzeige gestaltetem Layout. Verfasst hat die Kritik der Komparatist Hans Ulrich Gumbrecht. "Seit langem hat mich kein Text so mitgenommen", schreibt er, und man versucht nachzuvollziehen, warum das so ist. Jochen Rack erzählt in "Menschliches Versagen" die Geschichte seines Vaters, der einige Monate vor der Geburt des Autors mit einem Bundeswehrjet in einen Hochspannungsmast raste. Die Rekonstruktion der bescheidenen Geschichte dieses jungen bundesrepublikanischen Mannes scheint für Gumbrecht starke auratische Qualitäten zu haben. Mehrfach betont er, wie einfach, ja manchmal sogar unbeholfen Rack die für ihn so tragische Geschichte erzählt. Vielleicht ist es sogar der Mangel an literarischer Stilisierung, der Gumbrecht so bewegt, er führt jedenfalls Erich Auerbach an, dessen Realismusbegriff er auf diesen Roman anwendet: Realismus vergegenwärtige demnach Tragödien des Alltags in einem einfachen, ja ungelenken Stil.
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