Janusz Korczak

Janusz Korczak: Sämtliche Werke

Band 11: König Macius der Erste. König Macius auf der einsamen Insel
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2002
ISBN 9783579023502
Gebunden, 461 Seiten, 61,00 EUR

Klappentext

Nachwort von Igor Newerly. Kommentiert und bearbeitet von Friedhelm Beiner und Silvia Ungermann. Aus dem Polnischen übersetzt von Monika Heinker. Janusz Korczak schrieb nicht nur über Kinder und darüber, wie er mit ihnen gelebt hat, er schrieb auch für Kinder. Mit seiner König-Macius-Erzählung wurde er international bekannt. Sie werden in den Sämtlichen Werken in neuer Bearbeitung und mit einem ausführlichen Kommentar vorgelegt. Das 1923 erschienene Werk zeigt Kindern, wie schwer es ist, ein gerechtes und gleichberechtigtes Zusammenleben zwischen den Generationen und Völkern zu ermöglichen, und es hilft den Erwachsenen, die Welt mit den Augen eines Kindes zu betrachten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.08.2002

1990 präsentierte der polnische Filmemacher Andrzej Wajda einen Film über den Waisenhausarzt und Pädagogen Janusz Korczak, der zuletzt im Warschauer Ghetto Kinder betreute und ihnen 1942 in die Gaskammern von Treblinka folgte, erinnert Ulrich M. Schmidt. Spätestens seit diesem "bewegenden" Porträt über einen außergewöhnlichen Pädagogen, der als einer der ersten die Rechte von Kindern in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellte, ist Korczak auch dem westeuropäischen Publikum bekannt geworden, weiß der Rezensent und zeigt sich erfreut darüber, dass seit 1996 im Deutschen eine auf 16 Bände angelegte Gesamtausgabe der Werke des Reformpädagogen erscheint.
Mit seinen Kinderromanen (Band 11) habe der Autor den Versuch unternommen, seine Ideen auch literarisch umzusetzen. Die Lebensgeschichte des Kinderkönigs Macius sei zugleich ein Bildungsroman, eine "Heiligenlegende", eine "Robinsonade" und eine "Staatsutopie". Und zwar eine, in der Kinder in Form von Kinderparlamenten, Kinderzeitungen und Kinderkongressen die gleichen Rechte der Mitbestimmung genießen wie die Erwachsenen. Dass die Welt im Argen liegt, habe der Autor selbst erfahren müssen, aber nie aufgehört, auf eine "humane Gesellschaft" zu pochen, so Schmid. Sein Leben, sein Schreiben und schließlich auch sein Sterben zeigten der Nachwelt, dass "menschliche Kulturtradition" ohne die Einbeziehung der Würde der Kinder keine Zukunft habe, schließt der Rezensent seine Betrachtung ab.