Janos M. Rainer

Imre Nagy. Vom Parteisoldaten zum Märtyrer des ungarischen Volksaufstandes

Eine politische Biografie 1896 - 1958
Cover: Imre Nagy. Vom Parteisoldaten zum Märtyrer des ungarischen Volksaufstandes
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2006
ISBN 9783506758361
Gebunden, 282 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen Abbildungen. Mit einem Geleitwort von György Konrad. Aus dem Ungarischen von Anne Nass. Imre Nagy (1896-1958) wurde in der Nacht zum 24. Oktober 1956 zum zweitenmal nach 1953 Ministerpräsident Ungarns. Sein Name wurde binnen weniger Tage weltbekannt, als er, ohne es geplant zu haben, zur Zentralfigur des ungarischen Volksaufstandes wurde. Die kurzen 13 Tage der Revolution wurden von sowjetischen Panzern beendet, Imre Nagy wurde nach Rumänien verschleppt, verhaftet und 1958 nach einem Schauprozess in Budapest hingerichtet. Er blieb als "Märtyrer der Revolution von 1956" im Gedächtnis der westlichen Welt mehr als jeder andere die Symbolfigur des dramatischen Freiheitskampfes der Ungarn gegen die Sowjetherrschaft.
Die Biografie schildert das Leben eines überzeugten Kommunisten, eines Parteisoldaten aus der Provinz, der 1930 in die UdSSR emigrierte und nach der Rückkehr aus Moskau 1945 Inhaber höchster Parteiämter wurde, sich zugleich aber zum Gegner des Stalinismus und zum Verfechter eines "Neuen Kurses", einer "wirklich sozialistischen Gesellschaft" entwickelte.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.10.2006

Als Standardwerk würdigt Andreas Oplatka dieses Buch über Imre Nagy, die Symbolfigur des Volksaufstands in Ungarn 1953, das der Historiker Janos M. Rainer verfasst hat und das nun in einer ausgezeichneten deutschen Übersetzung vorliegt. Dass der deutschen Ausgabe die gekürzte Version des Werks zugrunde liegt, ist für Oplatka völlig in Ordnung, zumal es sich keineswegs um eine "verwässerte Volksausgabe" handelt. So bietet auch die vorliegende Ausgabe zu seiner Freude einen umfangreichen wissenschaftlichen Apparat mit vielen Literaturhinweisen. Die auf zahlreichen Quellen basierende Biografie beeindruckt ihn durch die sachliche, präzise und fundierte Darstellung. Den Hauptakzent des Werks sieht er in der Zeit nach 1945 und bei Nagys Rolle während des Volksaufstands, dem Nagy-Prozess und den letzten anderthalb Jahren seines Lebens.

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