Aus dem Englischen übersetzt von Andrea Ott. Nachwort von Hans Pleschinski. Die Pfarrerstochter Catherine mit romantischem Gemüt wird von Henry Tilney, einem jungen Geistlichen, der sich in sie verliebt hat, auf den alten Familiensitz Northanger Abbey eingeladen. Dort wird sie durch das Rätsel um den Tod der Hausherrin und nicht zuletzt aber auch aufgrund der Avancen eines anderen Mannes auf eine harte Probe gestellt...
Mit viel Lob versieht Rezensentin Katharina Hagena diese neue Jane-Austen-Übersetzung, in der die scharfzüngige Ironie dieser Autorin für sie erst richtig zur Geltung kommt. Das Buch sei eine Satire, schreibt die Rezensentin, und parodiere den in der Entstehungszeit des Romans "angesagten" Schauerroman, aber auch die Gesellschaft, die diese Art von Literatur einst gern las. Gelobt werden auch die Anmerkungen in dieser Ausgabe des Manesse-Verlags. Lediglich das Nachwort ist für den Geschmack der Rezensentin allzu sehr in einem geistreichen Plauderton verfasst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008
Jane Austen lesen! Jetzt! Jürgen Kaube zufolge lohnt sich die Lektüre doppelt. Erstens, versichert uns Kaube, lernen wir von dieser Autorin über das "pursuit of happiness" und die mögliche Verwandlung des Möglichkeits- in den Wirklichkeitssinn unter den Bedingungen der Liebe. Dies, obgleich laut Rezensent bei Jane Austen nie viel mehr geschieht, denn die alte Geschichte von "girl meets boy". Zweitens ist das Romantik pur. Kaube weiß natürlich noch mehr Gründe, insbesondere Austens ersten Roman zu lesen, erst recht in dieser "ein wenig steifen", darum, findet Kaube, aber nur zu gut passenden Übersetzung: Das gescheite wie witzige Geplapper der Figuren hat es ihm angetan. Austens in den Text gelegte Forderung nach mehr Klugheit in der Welt der Emotionen gefällt ihm ausnehmend gut. Schließlich muss man ja aufs Romanelesen trotzdem nicht verzichten. Wie wir soeben gelernt haben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2008
Rezensentin Susanne Ostwald freut sich über Andrea Otts? gelungene Neuübersetzung? dieses ?erstaunlichen Kleinods? aus dem Jahr 1803, mit der bei Manesse nun Jane Austens Gesamtwerk vorliegt. Der Roman, ursprünglich Austens zweites, jedoch erst nach ihrem Tod erschienenes Buch, beinhalte auch eine scharfe Kritik am Literaturbetrieb jener Zeit, weshalb Ostwald durch die Zeilen hindurch gelegentlich auch die Autorin Austen zu erblicken glaubt. Auf diesem Weg erlaubt der Rezensentin dieser dazu noch ausgesprochen unterhaltsame Roman auch ?interessante Rückschlüsse auf den Schaffensprozess und literarischen Hintergrund von Austen. Inhaltlich handelt es sich ihrer Einschätzung nach um eine Parodie auf damals populäre Schauerromane und die erbauliche Adoleszenzliteratur, Anspielungen auf konkrete Verfasser, Werke und Literaturkritiker inklusive.
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