Jana Frey

Sackgasse Freiheit

Sofias Geschichte. Aus dem Leben eines Straßenkindes. ( Ab 12 Jahre)
Cover: Sackgasse Freiheit
Loewe Verlag, Bindlach 2000
ISBN 9783785537299
Gebunden, 192 Seiten, 10,12 EUR

Klappentext

Sofia ist 14 Jahre alt. Und sie lebt auf der Straße. Ihr Alltag ist ein einziger Kampf gegen den Hunger und die Kälte, die Einsamkeit und die Verzweiflung. Denn die Straße ist kein Zuhause, genauso wenig wie es Sofias Elternhaus war. Das Mädchen gerät nach und nach in einen Teufelskreis, aus dem sie sich aus eigener Kraft nicht befreien kann. Doch dann lernt sie Ätze kennen ... Straßenkinder gibt es nicht nur in der so genannten dritten Welt. Straßenkinder gibt es hier in Deutschland. Sofia ist eines von ihnen. Jana Frey hat ihre Erlebnisse aufgeschrieben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.04.2001

In einer Doppelrezension bespricht Regina Riepe zwei Bücher über Straßenkinder in Deutschland, und sie ist sich sicher, dass nach dieser Lektüre niemand mehr gleichgültig an den Kindern vorüber gehen kann, die an Bahnhöfen und Fußgängerzonen um ein paar Mark betteln.
1.) Jana Frey: "Sackgasse Freiheit" (Loewe)
Bei der Lektüre dieses Buchs hat sich die Rezensentin offenbar mehrmals gewünscht, dass die Geschichte nicht auf einer wahren Begebenheit basieren würde - so deprimierend erscheint ihr das Straßenleben der 14-jährigen Sophia, die wegen der Gefühlskälte ihrer Mutter und der Gewalt ihres Stiefvaters von zu Hause weggelaufen ist. In diesem Buch wird nach Riepe jedoch gezeigt, dass es kein "Spaß" ist, auf der Straße zu leben: Beziehungen sind kurz und schwierig, Vertrauen gibt es nicht, dafür ein Übermaß an "Hunger, Kälte und Einsamkeit", so die Rezensentin. Doch werde auch immer wieder aufgezeigt, woher Sophia ihre Kraft nimmt, um dieses Dasein auszuhalten. Riepe verrät, dass das Buch hoffnungsvoll endet, ohne dabei sentimental zu werden und empfiehlt es nicht nur Jugendlichen als "packende Lektüre".
2.) Heiko Neumann: "Verlassen kann ich mich selbst" (Bertelsmann)
An diesem Buch lobt die Rezensentin besonders das Einfühlungsvermögen des Autors, der vor allem die "ambivalenten Gefühle und inneren Konflikte" der Straßenkinder schildere, etwa wenn es darum geht, das erste Mal etwas zu stehlen, oder Ricki und Lisa sich vorsichtig einander nähern. Riepe bezeichnet diese Geschichte als ein "leises Buch", das den Ausgang der Geschichte offen lässt und den Leser "traurig" stimmen wird. Insgesamt kann sie das Buch vorbehaltlos empfehlen, nicht zuletzt wegen seiner literarischen Qualitäten.
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