Wie lernt man diese Märchen heutzutage kennen?, fragt sich die Rezensentin Susanne Gaschke. Jetzt, wo die Diskussionen um die Gewalt im Märchen und über deren Frauenfeindlichkeit verblasst ist, bleiben "alte Geschichten über grundsätzliche Dinge", schreibt sie. Und dabei sei nicht so wichtig, inwieweit die Gebrüder Grimm sie überarbeitet oder auf nicht-deutsche Quellen zurückgegriffen haben, schließlich gehen all diese Märchen auf eine europäische Erzähltradition zurück. Worüber also könne man etwas in den Märchen erfahren? Über gesunden und ungesunden Ehrgeiz (Der Fischer und seine Frau), über "Stress und Statusunsicherheit" (Der Hase und der Igel) und über die Eifersucht der älteren Frau, der Stiefmutter (Schneewittchen). Märchen, schließt Gaschke, sind "zeitlos" in ihrer Thematik, und daher werden wir sie immer brauchen.
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