Englischsprachige Originalausgabe. Mit einer Einleitung von John Szarkowski. Mit 3 Duotone-, 50 Tritone- und 45 Farbtafeln. Irving Penn, Jahrgang 1917 und eine der großen Fotografenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, ist dem Stilleben seine ganze 60jährige Karriere hindurch treu geblieben, nicht nur auf den redaktionellen Seiten der Vogue, für die er Kosmetika, Lebensmittel oder Accessoires zu kunstvollen Kompositionen arrangierte. Auch in seinen freien Arbeiten kam er immer wieder auf dieses traditionsreiche Thema der Kunstgeschichte zurück und interessierte sich nach all der Mode und all dem Ruhm immer mehr für das Ephemere, die Zeichen der Vergänglichkeit, die Allgegenwart des Todes: welkende Blumen, faulendes Obst, Zigarettenkippen, Totenschädel.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.09.2001
Der Rezensent Holger Liebs blickt gebannt auf "die ruinösen Zwillingstürme der Glimmstengel", die der Stillleben liebende Künstler einmal fotografisch festgehalten hat, natürlich ohne zu ahnen, dass ein Rezensent ihnen dereinst "eine ganz andere, neue Bedeutung" geben würde. Das Symbol der Vergänglichkeit, wie es bereits die "natura morta" der Malerei darstellte, findet Liebs hier wieder. Allerdings, wie er schreibt, ohne den Illusionismus des Wildbrets, vormaliger Totenköpfe und Blumensträuße: "eine hyperrealistische, beinahe aufdringliche Nähe ist an seine Stelle getreten." Und lässt uns bei "schlammigen Handschuhen, abgesägten Knochen" und zwei abgelutschten Kippen an alles Mögliche Denken, nur nicht an Handschuhe, Knochen und Zigarettenstummel.
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