Auswandern, ab nach Amerika - das ist denn auch für die Frauen und Männer, die in diesem Buch zu Wort kommen, erst einmal von großer Beliebigkeit, mal verbunden mit dem konsequenten Wechsel der Staatsbürgerschaft, mal mit dem Lebensgefühl am Pazifik. Gemeinsames Merkmal der Zugereisten war die Hoffnung, mit dem Wohnsitz Amerika den besseren Teil der Welt erwischt zu haben - und soweit es den Wohlstand betrifft, haben viele Recht behalten. Was hat diese Leute so angezogen an "God's own country" - von dem man weiß, dass der liebe Gott auch nicht mehr immer die Hand darüber hält? Was lag auf dem Weg zwischen den kindlichen Glanzbildern und dem American way of life, auf dem nicht jedermann glücklich ist? Helmut Sorge lässt ausgewanderte Zugereiste erzählen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2010
Passagenweise ein bisschen irrlichternd vielleicht, doch im großen Ganzen hat das Buch dem Rezensenten gut gefallen. Helmut Sorges Sammlung von Auswanderbiografien (von Wolfgang Petersen und Udo Kier bis zum Koch, bis zum Silicon-Valley-Unternehmer) ist für Thorsten Gräbe nicht zuletzt ein Sehnsuchts- und Erinnerungsbuch des Autors selbst. Allerdings stößt Gräbe auch auf Skepsis gegenüber dem American-Dream und liest Kritisches zu den Themen Bildung, Armut, Waffenbesitz. Hätte Sorge dem Band außer seiner eigenen Erfolgsgeschichte (vom Hotelchauffeur zum Washington-Korrespondenten des "Spiegel") den ein oder anderen Kommentar hinzugefügt, hätte Gräbe das Buch noch besser gefallen.
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