Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2004
Zu Günter Grass' 75. Geburtstag hat sein Lektor Helmut Frielinghaus einen Band herausgegeben, der Beiträge des Grassschen "Übersetzer-Chors" (in dem 21 Nationen vertreten sind) versammelt, erklärt die Rezensentin Angela Schader. Wie ein "Gang durch einen Spiegelsaal" liefern die Texte einen "subjektiv-persönlichen" Blick auf Leben und Werk von Günter Grass und blicken zugleich auf die sozio-politischen Verhältnisse, die in den Ländern der Zielsprachen herrschen. Und natürlich, so Schader, geht es immer wieder um das "Ringen mit sprachlichen Schwierigkeiten", etwa wenn sich die Frage stellt, wie man denn japanischen Lesern, die mit Fontane nicht so vertraut seien, die "Resonanzen" vermitteln könne, die in "Ein weites Feld" mitschwingen. Grass selbst, das gehe ganz klar aus den Beiträgen hervor, habe seine Übersetzer immer dazu ermutigt, "die eigene Sprache ebenso energisch gegen den Strich zu bürsten", wie er es mit der deutschen Sprache getan habe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2003
Als internationale Sympathieerklärung in 32 Kapiteln hat Wolfgang Schneider diesen Band gelesen, in dem Günter Grass' Übersetzer von Glanz und Elend ihrer Arbeit berichten. Natürlich verehren sie allesamt den Patriarchen ihrer großen Familie, doch je konkreter der Werkstattbericht ausfällt um so interessanter findet ihn Schneider. So schildere Krishna Winstons von ihren Schwierigkeiten, Fontys preußische Redeweise ins Amerikanische zu übertragen (sie hat schließlich Bush seniors militärische Manier gewählt), Toula Sieti erzählt, wie sie schließlich außer sich vor Wut und Demütigung eine Athener Neonazi-Buchhandlung aufsuchen musste, um sich die fehlenden Detailkenntnisse zu besorgen. So biete der Band, meint der beeindruckte Rezensent, nicht nur Einblicke in den Übersetzer-Alltag, sondern auch in die Eigenheiten fremder Sprachen.
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