Hartmut von Hentig

Mein Leben - bedacht und bejaht

Band 1: Kindheit und Jugend
Cover: Mein Leben - bedacht und bejaht
Carl Hanser Verlag, München 2007
ISBN 9783446208391
Gebunden, 414 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Hartmut von Hentig, Pädagoge und Weltenbüger, legt den ersten Teil seiner Erinnerungen vor. Er beginnt mit Kindheit und Jugend in einer hochgebildeten, kosmopolitischen Diplomatenfamilie zwischen San Francisco, Berlin und Bogota. Nach Krieg und Gefangenschaft folgen die entscheidenen Studienjahre in Chicago. Dort lernt er völlig neue Ideen von Demokratie und Bildung kennen, die seine ganze Arbeit prägen werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2008

Für Maria Frise gehören die positiv bilanzierenden zweibändigen Lebenserinnerungen Hartmut von Hentigs zu den "lebendigsten Zeugnissen der Zeitgeschichte". Was der Autor an persönlichen Erfahrungen und Bekenntnissen hier "mitreißend" erzählt, erscheint ihr zugleich als Familiengeschichte und "Chronik der Bundesrepublik". Respektvoll und beinahe ungläubig zählt Frise die vielen Ämter und Aktivitäten des Autors mit und rekapituliert seine pädagogischen Ziele und die Kämpfe um Hentigs Projekt der Laborschule. Dass ihr manches dabei wie eine Gegendarstellung Hentigs zu den Veröffentlichen seiner Gegner erscheint, empfindet sie als "mühsam", den Wert der Lektüre jedoch kann das für sie nicht schmälern.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.02.2008

Micha Brumlik hat mit großem Interesse die zweibändigen Memoiren des Erziehungswissenschaftlers Hartmut von Hentig gelesen und erkennt hier einen Protagonisten, der als Mitglied einer adeligen Elite die frühen Jahre der Bundesrepublik begleitet und mitgeprägt hat. Aus den Lebenserinnerungen spricht eine gewisse stoische Grundhaltung gegenüber den Wechselfällen des Lebens und vor allem "Standesbewusstsein", stellt der Rezensent fest, der besonders den ersten Band, in dem sich der Autor nach Vorbild eines Aristoteles oder Rousseau einer existentiellen Selbstbefragung preisgibt, durchaus gern gelesen hat. Wenn die Perspektive im zweiten Band ausgeweitet wird, die Bildungsreform der Bundesrepublik ins Auge gefasst oder Begegnungen mit prominenten Bekannten rekapituliert werden, nimmt das Lektürevergnügen allerdings etwas ab, wie der Rezensent zugibt. Brumlik fällt auf, dass der Autor die NS-Vergangenheit so manches Kollegen nicht gerade überzeugend kleinzureden versucht und dass er über die Entwicklung der Erziehungswissenschaft gar nichts schreibt. Berührend fand der Rezensent den letzten Teil der Lebenserinnerungen, in dem Hentig nicht nur sehr aufrichtig über die Fatalitäten des Alters schreibt, sondern auch über das Zusammenleben mit seinem Lebensgefährten, den Brumlik hier allerdings nicht immer mit der angemessenen Diskretion beschrieben findet, wie er meint.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.05.2007

Mit großem Gewinn hat Rezensentin Katja Irle diese Erinnerungen des Pädagogen Hartmut von Hentig gelesen. Was sie ihrer Ansicht nach auszeichnet, ist, dass Hentigs Biografie durchaus "ein Stück Zeitgeschichte" sei, ohne dass der Autor dabei eine besondere Deutungshoheit für sich beansprucht. Hentig blickt auf ein Leben zurück, das geprägt war von der stetigen "Zumutung", eigenständig zu denken und zu handeln. Vor allem durch eigenes Beobachten und Erleben lernen Kinder (oder Erwachsene), und wenn sie dabei verschlungene Wegen gehen müssten, sei dies oft ertragreicher als der "direkte Marsch zum Ziel". Die Rezensentin findet dies durchaus überzeugend, und so schließt sie sich auch Hentigs Fazit an, der heutigen Schulen vorwirft, Jugendliche mit viel Wissen, aber ohne Erfahrung ins Leben zu entlassen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.04.2007

Sehr angetan berichtet Reinhard Kahl von seiner Lektüre dieser Erinnerungen des Pädagogen Hartmut von Hentig, der darin auf ein "gelungenen Leben" zurückblickt. Mit Bedauern notiert der Rezensent zwar, dass Hentig nicht verrät, worin sein Erfolgsrezept bestand, aber er kann es ihm nicht wirklich verübeln. Denn was Kahl von diesem Buch mitnimmt, ist, dass es Offenheit für das Neue ist, worauf es ankommt. Und dies liest er gern bei Hentig nach, wenn er von seiner recht turbulenten Kindheit in Ostpreußen erzählt, der Jugend in Kalifornien und dem stetigen Anfangen, Ordnung und Beobachten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.03.2007

Dieser Band mit Kindheits- und Jugenderinnerungen hat Heinz-Elmar Tenorth begeistert, und das, obwohl er zum etwas angestaubten Genre des Bildungsromans gehört, wie er meint. Der bekannte Reformpädagoge Hartmut von Hentig beschreibt darin ganz untheoretisch seinen eigenen Werdegang, freut sich der Rezensent. Neben Einflüssen der Kindermädchen, der Schule und in der Nachkriegszeit seiner Zeit auf einem amerikanischen College, sind es nämlich vor allem die bürgerlichen Lebensumstände, die den Autor prägen, erklärt der Rezensent. Er findet, der Klappentext hat nicht übertrieben, wenn er das Buch als "wunderbar erzählt" anpreist und er bemängelt als einzigen kleinen Wermutstropfen bei diesem Lesevergnügen, dass das Personenverzeichnis nicht alle im Leben Hentigs erscheinenden Menschen so intensiv vorstellt, wie der Rezensent es sich wünscht.
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