Hans-Ludwig Kröber

Mord im Rückfall

45 Fallgeschichten über das Töten
Cover: Mord im Rückfall
MWV - Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin 2019
ISBN 9783954664290
Gebunden, 247 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Das Töten eines Menschen ist der Inbegriff von Gewalt. Männliche Gewalt ist seit Jahrtausenden das Mittel, um sich in den Besitz von Gütern zu bringen oder sich anderer Menschen, insbesondere Frauen, zu bemächtigen. Wer mit eigenen Händen tötet, weiß, dass er eine letzte Grenze überschreitet - unwiderruflich und nicht wieder gutzumachen. Ein Totschläger, ein Mörder, ist einer, der nie mehr zu uns gehört. Was sind das für Menschen, die so etwas tun? Was sind das für Männer, die sogar nach einer Bestrafung wegen Totschlags oder Mordes erneut töten? In kurzen Fallgeschichten, unterbrochen von Pausen des Nachdenkens, wird das prägnante Bild von 45 Männern gezeichnet, die sich durch Strafe nicht vom erneuten Töten abhalten ließen.
Dies ist ein Buch über die Lust am Töten und den Ekel beim Töten, die Leichtigkeit und das Gewicht des Tötens. Es wird die enorme Vielfalt der Persönlichkeiten, der Verläufe und der Tatmotivationen demonstriert. Das Buch betrachtet unterschiedliche Motivgruppen: Raub und Bereicherung, sexuelles Begehren und Unterwerfung, Kampf mit Frauen und ihre Abstrafung und schließlich Gewaltlust und chronische Verrohung. Hinzu kommt eine Gruppe psychosekranker Täter. Auch innerhalb der einzelnen Gruppen sind die Verläufe verblüffend vielfältig. Das Geschehen entwickelt sich stets im Dreieck von Motivation, Selbstkonzept und sozialer Situation, welche die Tat nahelegt und möglich macht. Es werden besondere Menschen sichtbar, die mehr mit uns gemein haben, als uns lieb sein mag.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.2019

Rezensentin Melanie Mühl ist schockiert nach der Lektüre von Hans-Ludwig Kröbers Buch. Die Fallgeschichten die der forensische Psychiater aus seiner Gutachtertätigkeit mitbringt, so warnt sie, sind voller Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Dass der Rückfall eines Mörders von bestimmten Faktoren begünstigt wird, erfährt sie von Kröber und auch, dass es letztlich kein Psychogramm gibt, das der Entscheidung zum wiederholten Töten zugrundeliegt. Allein die Namen der Motivgruppen ("sadistisch motivierte Taten") jagen Mühl Schauer über den Rücken, und die beschriebenen Täterbiografien findet sie schlicht erschütternd. Auffällig findet Mühl, wie duldsam und fatal blind die Frauen in den ausschließlich Männer betreffenden Gewaltbiografien im Band erscheinen.
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