Goethe war kein Pietist, interessierte sich aber - vermittelt durch sein biografisches Umfeld - für radikalpietistisches Gedankengut, in dem Mystik und Hermetik (Alchimie) eine wichtige Rolle spielten. In dieser Begegnung entwickelten sich Religiosität und Weltbild des jungen Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Der vorliegende Tagungsband mit Beiträgen von Theologen, Germanisten und Historikern rekonstruiert diese von der Forschung vernachlässigten Zusammenhänge in Goethes Biografie und Werk.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.02.2002
Goethe hatte ein wechselvolles Verhältnis zum Pietismus, und vor diesem Hintergrund findet es der Rezensent mit dem Kürzel I.D. auch spannend, was es in diesem Band zum Thema zu entdecken gibt: "eine faszinierende, nur vermeintlich vergangene Welt". Die Forschungsergebnisse wurden 1999 erstmals in Halle vorgestellt und liegen nun in Buchform vor. Interessant ist nach Ansicht des Rezensenten an dem Band vor allem zweierlei: die "spannungsreichen Goethe-Einblicke" wie auch die Einblicke in eine Zeit, "die so aufklärerisch wie okkult, so experimentierfreudig wie konservativ war".
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