Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2000
Andreas Fincke hat sich drei, in aktualisierten Neuauflagen vorliegende Nachschlagewerke zum Thema Religionen bzw. Sekten angesehen und kommt zu dem Ergebnis: sie "können verglichen werden." Es folgt konsequenterweise eine vergleichende Mehrfachbesprechung.
1) Gasper/Müller/Valentin "Lexikon der Sekten"
Als insgesamt brauchbar erweist sich nach Ansicht von Andreas Fincke dieses Lexikon, es bietet insbesondere "griffige Erstinformationen". Besonders interessant die Untersuchung derselben Stichworte (wie "Eschatologie", "Initiation", "Schuld") "jeweils im Kontext unterschiedlicher Religionsgemeinschaften". Allerdings ist dem Rezensenten nicht entgangen, dass nicht jeder Artikel auf den neuesten Stand gebracht worden ist. Einmal sei etwa von Berlin noch immer als geteilter Stadt die Rede.
2) "Handbuch Religiöse Gemeinschaften..."
Der Rezensent erkennt bei diesem Band Licht wie Schatten, bemerkt jedoch anerkennend, dass er "den besten Überblick über die religiöse und weltanschauliche Szene" bietet. Die Autoren, Sektenexperten der Evangelischen Kirche, beschreiben nicht nur detailliert die unterschiedlichen Sekten und Religionsgemeinschaften, sondern geben noch Ratschläge für den alltäglichen Umgang aus kirchlicher Sicht. Problematisch findet der Rezensent allerdings die "vergleichsweise starre Struktur" der Artikel. Recht unglücklich dürften etwa die Anthroposophen sein, so Fincke, dass sie mit den Satanisten in denselben Topf der "esoterischen und neugnostischen Weltanschauungen" geworfen werden.
3) Obst "Apostel und Propheten der Neuzeit"
Der Band war ein Standardwerk der DDR, in dem erstmals überhaupt "das Leben kleinerer Religionsgemeinschaften" beschrieben wurde. Die Herkunft merkt man dem Band noch an, findet der Rezensent, und meint anscheinend die "Freundlichkeit und Geduld", mit der der Autor "liebevoll" die religiösen Gründergestalten darstellt. Nach kritischen Worten suche man hier vergebens.
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