Die Universität ist eine der wenigen Institutionen mittelalterlichen Ursprungs, die noch immer Bestand haben. Nach einem kurzen Blick auf die Antike setzt der Band deshalb mit der Gründung der ersten Universitäten um 1200 ein und verfolgt die Entwicklung dann bis heute. Vorgestellt werden dabei so berühmte Universitäten wie Paris, Bologna, Oxford, Cambridge, Prag und Leipzig. Die Gründe für das Entstehen vieler Universitäten werden ebenso erläutert wie die Herausbildung der zentralen Fächer und Fakultäten. Die Einbindung der Universität in die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Zusammenhänge ist hier von besonderer Bedeutung. Für Deutschland war lange Zeit das Humboldt'sche Modell einer Universität des forschenden Lernens maßgebend. Doch das 20. Jh. brachte einschneidende Veränderungen, an deren Ende die moderne Massenuniversität stand. Der Band schließt mit einem kritischen Ausblick auf die Universität der Zukunft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.08.2008
Das Buch taugt laut Caroline Schnyder dazu, Schlaglichter zu werfen auf die Geschichte der europäischen Universitäten. Einsetzend im Paris und im Bologna des 13. Jahrhunderts folgt Schnyder dem Autor bei der "munteren" Erörterung der Frage, was die Uni "war und sein könnte". Hans-Albrecht Koch, so Schnyder, porträtiere die Institute und die maßgebenden Personen. Dass er auf eine Reflexion über den aktuellen Stand der Dinge verzichtet, fällt der Rezensentin auf. Allerdings bietet ihr der Band ausreichend an "Bemerkenswertem" - wie die grundlegende Frage, was eine Universität eigentlich sei, oder eine Passage über Schillers Berufung nach Jena.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2008
Den Zeitpunkt für ein solches Buch schätzt Caspar Hirschi als günstig ein. Ebenso, dass der Autor als Literaturwissenschaftler kein Spezialist auf dem Gebiet der Universitätsgeschichte ist. Gute Voraussetzungen für eine erkenntnisgeleitete Gesamtschau, meint er, selbst aus der gleichen Zunft. Dass das Buch Hirschi dennoch enttäuscht, liegt an der mangelnden Ordnung der Betrachtung und an der dem Rezensenten im Lektüreverlauf unangenehm auffallenden Blickverengung auf deutsche Verhältnisse. Vor allem aber stören Hirschi die ideologischen Schwerpunktsetzungen Hans-Albrecht Kochs. Diese, so schimpft er, sind symptomatisch für den Status quo des geisteswissenschaftlichen Wertkonservatismus, für das ewige Beschwören des Humboldt'schen Ideals und den Mangel an alternativen Lösungsvorschlägen zur Krise der Universitäten. Den Band begreift er als politische und geistige Kapitulation.
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