Naturkundemuseum Berlin, im Jahr 2006: Hanna Zeckau und Hanns Zischler entdecken während ihrer Recherchen einen verwaisten Überseekoffer - bis an den Rand gefüllt mit Schmetterlingen! Gut achtzehntausend Falter aus dem kolumbianischen Hochland, einer schöner als der andere, verpackt in Hunderte von Zigarrenkistchen. Wie sich herausstellt, stammt der Koffer von dem Forschungsreisenden Arnold Schultze, der in den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts Lateinamerika durchreiste und erforschte - und dessen gesamte Sammlungen und Forschungserträge 1939 mit dem Frachter versenkt wurden, der ihn nach Deutschland bringen sollte. Schultze selbst wurde auf Madeira interniert und nach seinem Tod 1948 vollkommen von der Welt vergessen. Und mit ihm der Schmetterlingskoffer, der auf anderem Weg vorausgereist war. Neugierig geworden, beginnen Hanns Zischler und Hanna Zeckau dieses Strandgut der Wissenschaft zu bergen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2010
Das höchste irdische Glück liegt auf den Flügeln der Schmetterlinge. Beim Blättern in diesem Buch beginnt Peter Henning zu ahnen, was es mit diesem Gedanken Nabokovs auf sich hat. Laut Henning ein wunderschönes Buch in gleich mehrfacher Hinsicht. Enthält es doch das Vermächtnis eines Forscherlebens und eines Mannes von "beachtlichem schriftstellerischen Format", ist es doch zugleich Roman, Auswanderergeschichte, Chronik eines Scheiterns wie einer lebenslangen Leidenschaft und auch einer Rettung. Arnold Schultzes Koffer mit den 18000 Schmetterlingen, der so lange in den Archiven des Botanischen Museums zu Berlin Dahlem vor sich hindämmerte, wiederentdeckt und ins Buch gebracht von Hanns Zischler und der Illustratorin Hanna Zeckau, überzeugt den Rezensenten von der Leidenschaft des Naturkundlers, aber ebenso (in den Texten) von dessen Präzision und Fähigkeit, den Leser mit Sprachbildern in seine Welt zu ziehen. Zischlers Begleittexte und Zeckaus "kulinarische" Illustrationen runden dies Bild für Henning ab.
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